Stepway: Lifestyle für Rechner

Selten kam ein günstiges Auto so trendy daher wie der neue Dacia Sandero in der Crossover-Version Stepway. Gezieltes Vereinfachen macht neueste Technologie günstig.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Der Aufstieg der automobilen Billigmarke Dacia ist kometenhaft. Erst vor wenigen Jahren mit dem Mauerblümchen Logan belächelt, lehrt die in Rumänien und Nordafrika produzierende Renault-Tochter derzeit die gesamte Konkurrenz das Fürchten. So sind der Kleinwagen Sandero, der Van Lodgy­ und das Kompakt-SUV Duster schon heute zu absoluten Verkaufsschlagern avanciert. Der Erfolg gründet sich jedoch nicht mehr auf den günstigen Preis allein. So darf sich Dacia – im Gegensatz zu früher – mittlerweile der neuesten Aggregate des Renault-Regals bedienen. So werkt unter der Haube des neuen Sandero beispielsweise nicht nur der topaktuelle 90-PS-Diesel aus Clio und Megane, sondern auch der brandneue TCe-Turbo-Dreizylinder mit ebenfalls 90 PS.

Als der TT-Testwagen dann in Azur-Blau vorfuhr, wollte man erst überhaupt nicht an ein Modell der Marke denken. Als „Stepway“ im trendigen Querfeldein-Look macht der ohnehin fesche Sandero nämlich richtig was her. Eine um vier Zentimeter höhere Bodenfreiheit adelt ihn schon fast zum Mini-SUV. Extrem kurze Karosserieüberhänge, Kunststoffseitenschweller, ein Unterfahrschutz und eine­ stabile Dachreling untermauern dies optisch. Im Innenraum bietet die getestete Version „Lauréate“ dann eine Klimaanlage, Einparkhilfe und ein perfekt funktionierendes Multimedia-Navigationsgerät (LG) – serienmäßig. Damit stellt der Sandero auch doppelt so teure Konkurrenten in den Schatten.

Dies setzt sich fort im gefühlten Fahrkomfort. Da Dacias­ auch gerne in Ländern mit desolatem Straßennetz gefahren werden, geriet die Fahrwerksabstimmung betont weich. Dies schafft zusammen mit der indirekten Lenkung zwar keine Rekord­rundenzeiten, aber einen Abroll­komfort und eine Schluckfreudigkeit, an denen sich viele SUV ein Beispiel nehmen könnten.

Der äußerst kultivierte 90-PS-Diesel dröhnte trotz bescheidener Dämmung zudem kaum in den Innenraum – zumindest wenn man sich auf der Autobahn an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Ansonsten begeistert das Aggregat durch Kraft und Sparsamkeit (5,3 Liter).Da können die Sitze im Stil weichen französischen Auto­gestühls der achtziger Jahre eindeutig nicht mithalten. Auch dass die Fensterheber über keine Automatik verfügen, ist schlichtweg lästig­. Ansonsten­ Verzicht ohne Reue. Das Klima lässt sich auch herrlich manuell regeln und dass die Scheibenwischer nicht optisch schön unter der Motorhaube ruhen – was soll’s.

Die Sandero-Preise beginnen (inkl. ESP und drei Jahren Garantie) ab 7490 Euro. Einen Stepway mit 90 PS gibt es schon ab 10.190 Euro, unser Diesel ist mit 13.590 Euro der teuerste Sandero überhaupt.


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