Musterknabe und SUV-Killer

Der neue Skoda Octavia Combi ist nach rein sachlichen Kriterien kaum zu schlagen. Der Liebling der Nation trat nun in seiner Allradversion mit 150 PS zum TT-Test an. Fazit: SUV, zieht euch warm an!

© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Der neue Octavia Combi. Auf den haben wahrlich viele gewartet. Wie zu erwarten hat sich das Warten aber gelohnt.

So darf die tschechische Volkswagen-Tochter – trotz Kannibalisierungseffekten im eigenen Konzern – ihre bisherige Modellstrategie fortfahren. Und die heißt: modernste VW-Technik, verpackt in zeitlosem Design zu günstigen Preisen.

Welch hohes Niveau diese Formel mittlerweile ergibt, beweist die dritte Octavia-Generation unter VW-Regie schon beim Design. Nur eine Tornado-Linie durchbricht die glatten Flächen, welche dem 4,65-Meter-Kombi Eleganz und Dynamik ohne Effekthascherei verleihen.

Im Innenraum setzt sich der optische Qualitätsanspruch in die Realität um. Exzellente Sitze vereinen sich mit einer ebensolchen Sitzposition. Allein die Platzverhältnisse und die Material­anmutung, gepaart mit den neuesten Errungenschaften des Konzernbaukastens (z. B. Multimediasystem), lassen ein untrügliches Gefühl aufkommen: Dieses Auto hat mit Kompaktklasse nichts mehr zu tun, sondern ist nicht nur größen- und raummäßig schon längst in der Mittelklasse angekommen.

Die Fahrt bestärkt dieses Gefühl. Ein knackig zu schaltendes Sechsganggetriebe macht dem immerhin 1455 Kilogramm schweren Kombi zusammen mit dem neuen 150-PS-Commonrail-Diesel so richtig Beine. Und dies obwohl der TT-Testwagen in der Allradvariante vorfuhr.

Ohne Traktionsverlust stürmt dieser Octavia dann in 8,7 Sekunden auf 100 km/h. Das konnte früher kein GTI so gut, er überbot den Testverbrauch von gerade 5,9 Litern aber gleich um mehrere Einheiten. Überraschend schön auch der Klang des Diesels, der in Teilbereichen sogar an einen kraftvollen Benziner erinnert.

Zum Allradantrieb nur so viel: funktioniert absolut unauffällig und schaltet sich bei Bedarf in Millisekunden zu. Der Verbrauchsnachteil zum Fronttriebler beträgt gerade 0,7 Liter. Nicht nur im Winte­r macht er den Octavia aber zu einem ganz anderen Auto – selten waren 2000 Euro Aufpreis so gut angelegt. Zusammen mit dem Schlechtwegepaket für 160 Euro und einer damit verbundenen Bodenfreiheit von 155 Millimetern nimmt der 4x4 jedem Kompakt-SUV in puncto Kosten, Fahrdynamik und Raum eigentlich die Argumente.

Speziell im Heck wartet nämlich noch ein weiterer Vorteil des Musterschülers: Mit 1740 Litern Laderaum übertrifft er alle seine Konkurrenten. Dazu lauern im Laderaum an die hundert clevere Ideen. Dies beginnt beim falt- und wendbaren Ladeboden, einer optionalen Transporthängematte und endet bei einer über Schienen geführten Laderaumabdeckung.

Einziger Schwachpunkt des Skodas: nur zwei Jahre Gewährleistung. Ansonsten gibt es ab 18.930 Euro kaum eine bessere Kombi-Wahl.


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