Löwe mit geschärften Krallen

Mit dem Peugeot 208 GTi versuchen die französischen Ingenieure einem fast schon vergessenen Mythos neues Leben einzuhauchen.

© Luc

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Es war in den wilden 80ern, als sämtliche Automobilhersteller ganz scharf darauf waren, ihren Kleinsten kräftige Motoren einzupflanzen und ihre Karosserien mit ordentlichen Spoilern und armdicken Endtöpfen zu verzieren. Das berühmteste Typenkürzel aus dieser Zeit lautet wohl „GTI“. Neben dem Golf war ein Franzose das bekannteste Auto, das dieses Ehrenzeichen tragen durfte – der Peugeot 205 GTi. Jetzt ist es endlich wieder so weit: Der Peugeot 208 GTi versucht den Mythos wieder hochleben zu lassen.

Im Gegensatz zu früher sieht man dem kleinen Kraftpaket aber schon von Weitem an, dass in ihm ein Sportlerherz schlummert. Hinter den schicken 17-Zöllern blitzen rote Bremssättel hervor. Der Kühlergrill ist, ähnlich wie die Kriegsbemalung unseres Boliden, dem Look einer Zielflagge nachempfunden. Im Vergleich zum „normalen“ 208er steht er außerdem etwas breitbeiniger auf dem Asphalt (vorne 10 hinten 20 mm).

Die sportliche Note setzt sich auch im Innenraum fort. Nach dem Einsteigen wird der Fahrer von sportlich geformten Pölstern in Empfang genommen. Seitenhalt sollte in schnell gefahrenen Kurven kein Thema sein. Tacho und Tourenzähler sind mit roten LED-Leuchtbändern eingefasst, das Armaturenbrett wurde mit Leder überzogen. Details wie diese sorgen schnell für eine sportliche Atmosphäre. Wer die Instrumente aber wirklich im Blick haben will, muss auch im GTi das Lenkrad zwischen die Beine nehmen. Die Peugeot-typische Anordnung hat man nämlich auch hier umgesetzt.

Nach einem Dreh am Zündschlüssel beginnt der 1,6-Liter-Benziner seine Arbeit zu verrichten. Schon nach wenigen Metern ist klar: Der Turbo-Zwerg kommt ziemlich schnell auf Touren. Nach einem klitzekleinen Turbo-Loch stemmt der 208 GTi sein maximales Drehmoment von 275 Nm auf die Kurbelwelle und wühlt sich munter durchs Drehzahl­dickicht. Bei 6000 Umdrehungen stehen schließlich 200 Pferdchen Gewehr bei Fuß. Wenn man es darauf anlegt, dann spurtet der Peugeot 208 in unter 7 Sekunden auf Tempo 100. Die Lust am Drehen verliert er erst bei 230 km/h. Die Daten des Beipackzettels können sich also durchaus sehen lassen.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Auffällig ist, dass der kleine Löwe die Schwingungen jeder Bodenwelle vom Fahrer fernhält. Das Fahrwerk eines GTi hätten wir uns eigentlich etwas härter vorgestellt. Aber eines ist deutlich: Die GTi-Generation von damals ist auch älter geworden.

Nichtsdestotrotz folgt der kleine Kraftprotz stur jeder Lenkrad-Drehung, während wir druckvoll von Kehre zu Kehre sprinten. Ein wenig enttäuscht waren wir allerdings vom Sound des 208er. Für unseren Geschmack hätte der Löwe schon ein bisschen fauchen dürfen. Die Tankuhr bescheinigte uns einen Verbrauch von 6,4 Litern. Angesichts der Fahrdynamik-Daten ein ausgezeichneter Wert.

Zu haben ist der 208 GTi übrigens ab 23.950 Euro. Inklusive Dachdeko und Einparkhilfe kostete unser Flitzer dann 24.917 Euro.


Kommentieren


Schlagworte