Deutlich mehr Blüten sichergestellt: 16 Mio. Euro Schaden

Mit Falschgeld richteten Kriminelle im ersten Halbjahr 2013 in Europa 16 Millionen Euro Schaden an. Auch in Österreich ist die Zahl der Fälschungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Selbst vor dem neuen Fünfer machen Kriminelle nicht Halt

Wien – Die Falschgeldzahlen in Europa sind wieder gestiegen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 317.000 Euro-Blüten sichergestellt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Das ist der höchste Wert in einem Halbjahr seit Ende 2010 (364.000). EZB betonte jedoch, es sei nach wie vor sehr unwahrscheinlich, einen falschen Geldschein untergejubelt zu bekommen. Die Mehrzahl der Fälschungen wurden nach EZB-Angaben in Ländern des Eurogebiets entdeckt (98,5 Prozent).

Kriminelle richteten im ersten Halbjahr 2013 mit Falschgeld einen Gesamtschaden von 16 Millionen Euro an. Erstmals versuchten sich Fälscher auch am neuen Fünf-Euro-Schein, der erst seit dem 2. Mai dieses Jahres im Umlauf ist und neue Sicherheitsmerkmale trägt. Vier von fünf gefälschten Scheinen waren allerdings ein 20er (38 Prozent) oder 50er (44,1 Prozent).

Meist bleibt der Handel auf dem Schaden sitzen, wenn Verkäufer den Schwindel übersehen und der Betrug erst beim Einzahlen des Geldes bei der Bank auffällt. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.

3600 „Blüten“ in Österreich

In Österreich sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 3626 Euro-Fälschungen mit einem Nennwert von 267.400 Euro aus dem Verkehr gezogen worden. Das gab die Nationalbank am Freitag bekannt. Am häufigsten werden 50- und 100-Euro-Scheine nachgemacht.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 ist die Zahl der aus dem Verkehr gezogenen Fälschungen gestiegen. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres waren 2.951 Euro-Imitationen mit einem Nennwert von rund 202.000 Euro sichergestellt worden. Im gesamten Jahr 2012 waren es 6.327 Imitationen mit einem Nennwert von 465.000 Euro. Mit einem Anteil von lediglich 1,14 Prozent an den gesamteuropäischen Fälschungen sei Österreich aber nach wie vor eines der Länder mit dem geringsten Fälschungsaufkommen im Euroraum, erläuterte die Nationalbank in einer Aussendung.

Das meisten Falschgeld, nämlich 70 Prozent, wurde in Wien, Niederösterreich und Tirol aus dem Verkehr gezogen. 43 Prozent der sichergestellten Imitationen betrafen 50-Euro-Scheine, 34 Prozent entfielen auf Hunderter, 14,5 Prozent auf Zwanziger. Für die kommenden Monate rechnet die Nationalbank mit einem Rückgang der Fälschungszahlen. Mitte Juni hatte die Polizei in Wien nämlich im Rahmen der Operation „Paradise City“ eine Fälscherwerkstatt ausgehoben und „Blüten“ im Nennwert von mehr als 366.00 Euro sichergestellt, ehe sie in Umlauf gebracht wurden. (APA)


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