Amazon-Mitarbeiter streiken erneut für Tarifvertrag

Die Gewerkschaft will auch für Samstag zur Arbeitsniedelegung aufrufen.

Bad Hersfeld/Leipzig/Seattle - Nach dem jüngsten Streik beim Internet-Versandhändler Amazon in Leipzig haben auch die Mitarbeiter am deutschlandweit größten Standort Bad Hersfeld erneut die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di beteiligten sich am Freitag 300 bis 400 Beschäftigte der Frühschicht an dem Arbeitskampf.

Geplant war auch, dass die Spätschicht die Arbeit niederlegt. ver.di wollte zudem nach Angaben einer Sprecherin auch für den Samstag zum Streik aufrufen. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel-und Versandhandels. Das US-Unternehmen will sich dagegen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren. Der Tarifstreit sei festgefahren, sagte die ver.di-Sprecherin.

Bernhard Schiederig, der Verdi-Verhandlungsführer in Hessen, kündigte einen längeren Arbeitskampf an: „Wir werden unterschiedliche Streik- und Arbeitskampfformen entwickeln, einen langen Atem haben und für den Arbeitgeber unberechenbar bleiben“, warnte er.

In Bad Hersfeld arbeiten mehr als 3.300 Menschen, in Leipzig sind es etwa 2.000. Dort hatten sich am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben etwa 470 Mitarbeiter von Früh- und Spätschicht an dem Ausstand beteiligt. Amazon sprach dagegen von „weniger als 350 der Mitarbeiter des betroffenen Logistikzentrums“, die für die beiden Schichten am Donnerstag eingeplant waren. Der Streik habe keine Folgen auf den Versand an Kunden gehabt, hieß es bei dem Unternehmen. Zuletzt war Mitte Juni an beiden Amazon-Standorten in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt worden.

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Amazon ist der weltgrößte Online-Versandhändler. Er hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter. Ein neuntes Logistikzentrum soll 2013 im brandenburgischen Brieselang entstehen. (APA/dpa)


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