Reisestorno greift auch bei berechtigtem Job-Austritt

Eisenstadt – Viele Reisestornoversicherungen decken auch das Risiko einer unerwarteten Kündigung durch den Arbeitgeber ab. Dieser Versicheru...

Eisenstadt –Viele Reise­stornoversicherungen decken auch das Risiko einer unerwarteten Kündigung durch den Arbeitgeber ab. Dieser Versicherungsfall tritt zwar eher selten ein, er hat aber heuer aufgrund der Insolvenz mehrerer großer Unternehmen – ausgerechnet noch kurz vor der Urlaubszeit, wo viele schon Reisen gebucht haben – noch an Bedeutung gewonnen. Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) weist jetzt darauf hin, dass Versicherungen, die so einen Schutz im Fall einer Arbeitgeberkündigung anbieten, auch dann zur Leistung verpflichtet sind, wenn der Arbeitnehmer „berechtigt aus dem Dienstverhältnis austritt“.

So ein berechtigter Austritt kann z. B. erfolgen, „wenn der Dienstgeber die Gehalts­zahlung einstellt“, erklärt AKNÖ-Konsumentenrechtsexperte Manfred Neubauer in einer Presseaussendung. „Dieser Austritt ist bei allen Rechtsverhältnissen der Kündigung durch den Arbeitgeber gleichzusetzen. Das gilt auch für Reisestornoversicherungen“, führt er aus.

Wer also aufgrund unverschuldeter Arbeitslosigkeit seine Urlaubsreise stornieren muss, dem rät Neubauer, rasch zu prüfen, ob die Storno­kosten durch die Versicherung gedeckt sind. Bei Schwierigkeiten mit den Versicherungsunternehmen stehe die Arbeiterkammer ihren Mitarbeitern mit Beratung und nötigenfalls auch mit Rechtsschutz zur Seite.

Die Theorie ist nämlich das eine, die Praxis das andere: „Leider kommt es bei der Abwicklung gelegentlich zu Schwierigkeiten“, weiß Neubauer aus der Beratungserfahrung. Das zeige das Beispiel eines ehemaligen Beschäftigten der Alpine, der durch die Insolvenz des Baukonzerns seinen Arbeitsplatz verloren hat: Der Mann stornierte aufgrund der ungewissen Zukunft seine bereits gebuchte Urlaubsreise und machte die Stornogebühren im Rahmen seiner Reisestornoversicherung geltend. Die Versicherung verweigerte jedoch die Kostenübernahme mit dem Argument, dass der Arbeitnehmer nicht gekündigt worden, sondern selbst aus dem Dienstverhältnis ausgetreten sei. Infos: www.arbeiter­kammer.at. (TT)


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