Wegen Sozialhilfe: Peiniger hielten ältere Männer in Garage gefangen

Wieder ein Fall brutaler Freiheitsberaubung in den USA. Die Peiniger lockten ihre Opfer mit Alkohol und Zigaretten - und kassierten die Sozialhilfen ihrer Gefangenen.

Washington - Im Fall der offenbar seit Jahren in einer umgebauten Garage in Texas festgehaltenen Männer ist nach Medieninformationen Anklage gegen einen Verdächtigen wegen Schadensverursachung erhoben worden. Bei dem 31-Jährigen handelt es sich um den Enkel der Garagenbesitzerin, wie der Nachrichtensender CNN am späten Samstag berichtete.

Die Polizei in Texas hat vier ältere Männer im Alter zwischen rund 50 und 80 Jahren aus einer Garage in Houston befreit, die dort offenbar Wochen oder gar Monate gefangen gehalten wurden. Ihre Peiniger hätten sie festgehalten, um deren Sozialhilfe zu kassieren, berichtete die „New York Times“ am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf die Polizei. Die Männer hätten berichtet, sie seien mit dem Versprechen angelockt worden, Alkohol und Zigaretten zu bekommen, sagte Polizeisprecherin Jodi Silva. Ein ähnlicher Fall hatte die USA bereits vor Wochen schockiert.

In der Garage habe es weder Betten noch eine Toilette gegeben. Die Männer, bei denen es sich offenbar um Invaliden oder Obdachlose handelte, mussten auf dem Boden schlafen. Die Polizei habe die Männer nach deren Befreiung in ein Krankenhaus gebracht. Drei der 50, 65, 74 und 80 Jahre alten Männer seien unterernährt. „Ihnen wurden offenbar Reste zu essen gegeben“, sagte Polizeisprecherin Jodi Silva dem TV-Sender CNN. „Ihnen wurde nur sehr wenig Nahrung gegeben.“

Auf dem Anwesen befanden sich nach Angaben der Polizei auch drei Frauen. Sie lebten in besseren Verhältnissen als die Männer. Die geistig behinderten Frauen werden nun befragt, um herauszufinden, ob auch sie dort gefangen gehalten wurden.

Die Polizei sei durch den Hinweis eines Nachbarn auf das Drama aufmerksam gemacht geworden. Unklar war zunächst, wie lange die Opfer tatsächlich festgehalten wurden. Einer habe gesagt, es habe sich angefühlt, als sei er bereits zehn Jahre gefangen. “Ob es sich aber tatsächlich um Jahre handelt oder nicht, ist noch unklar“, sagte Silva.

Erst kürzlich war ein brutaler Fall von Freiheitsberaubung in den USA aufgedeckt worden: Eine geistig behinderte Frau und ihr Kind waren etwa zwei Jahre lang im Bundesstaat Ohio praktisch wie Sklaven gehalten worden. Ihre drei Peiniger hätten sie gequält und zur Arbeit gezwungen. Sie seien mit Waffen bedroht worden, aber auch mit Pitbull-Kampfhunden und mit Pythonschlangen. Ein Staatsanwalt hatte von „moderner Sklaverei“ gesprochen. (dpa, APA, AFP)


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