FARC-Guerilla gab Gefangennahme eines US-Soldaten bekannt

Nach dem Bericht über die Gefangennahme eines US-Soldaten, kündigten die kolumbianischen FARC-Rebellen an, ihn als Beitrag für Fortschritte der Friedensverhandlungen wieder freizulassen.

Bogota/Washington - Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben nach eigenen Angaben im Juni einen US-Soldaten gefangen genommen. Als Zeichen ihres guten Willens werde sie den „Kriegsgefangenen“ freilassen, erklärte die Guerilla am Samstag auf ihrer Internetseite. Damit werde ein Beitrag für Fortschritte bei den derzeitigen Friedensverhandlungen mit der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos geleistet, hieß es weiter.

Der Soldat Kevin Scott Sutay, der zwischen 2010 und 2011 in Afghanistan gekämpft habe, sei am 20. Juni in der Gemeinde Retorno im südlichen Departamento Guaviare in die Gewalt der Guerilla geraten. Für seine Freilassung schlug die Guerilla die Bildung einer „Mission“ vor. Ihr sollten die frühere liberale Senatorin Piedad Cordoba und Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz angehören.

Die Gespräche zwischen den Rebellen und der Regierung hatten im vergangenen November in der kubanischen Hauptstadt Havanna begonnen. Sie sollen am 28. Juli fortgesetzt werden. Derzeit steht die Teilhabe der FARC-Guerilla am politischen Prozess im Mittelpunkt. Im Mai hatten die beiden Seiten in der zentralen Frage der Landreform eine Einigung erzielt. Neben der politischen Partizipation stehen noch Themen wie der Drogenhandel, der Verzicht auf den bewaffneten Kampf durch die Rebellen und Entschädigungen für Opfer des Konflikts auf dem Gesprächsprogramm.

Die „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) wurden 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer gegründet. In dem Konflikt mit der Regierung und ultrarechten Paramilitärs wurden hunderttausende Menschen getötet. Die FARC-Guerilla ist die größte Rebellengruppe in Kolumbien. Schätzungen zufolge verfügt sie über rund 8.000 Kämpferinnen und Kämpfer. (APA/AFP)


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