Mit wirtschaftlichem Minus ein Plus bei den Fans holen

Nach dem Auftakt gegen Sturm steht dem FC Wacker heute auch die weitere Weichenstellung inklusive Mitgliederversammlung bevor.

Von Florian Madl

Innsbruck –Vom Sport am grünen Rasen wird Tirols Bundesligist heute Vormittag bei einer „Elefantenrunde“ wieder einmal zum Politikum. Konkret treffen Alt-Präsident Kaspar Plattner, Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler und das neue Vorstandsteam rund um den designierten Plattner-Nachfolger Josef Gunsch zusammen, um Kernthemen auszuloten. Mit diesem Wissen geht es dann abends weiter, um bei der Mitgliederversammlung im Club 96 mit dem neuen Vorstand und Spielern positive Stimmung für eine gemeinsame Zukunft zu machen.

Am Namen „FC Wacker Innsbruck“ soll ebenso wenig wie an den Vereinsfarben gerüttelt werden, es wird diesbezüglich auch keinen (Aus-)Verkauf an einen etwaigen Sponsor geben und das Bekenntnis zu den eigenen Fans sei allgegenwärtig. Wacker bleibt ein Verein des Tiroler Volkes. So weit, so gut.

Hinter den Kulissen sind beim geplanten Wechsel von Kaspar Plattner zu Josef Gunsch freilich noch ein paar finanzschwere Details auszuräumen. Der alte Vorstand um den scheidenden Wacker-Präsidenten hat inklusive von Transferrechten einen Geldwert von gut einer Million Euro im Klub stecken.

Die Finanzen bleiben beim bereits eingeschlagenen Sparkurs des neuen Vorstandes – auch der allzu freie Zugang zum VIP-Klub wurde schon erschwert – das brennendste Thema. Das Minus von 700.000 im laufenden Geschäftsjahr malt sich vielleicht doch höher und zwar mit einer Million Euro aus, zumal auf die erste Tiwag-Rate von 300.000 Euro schon voll zugegriffen wurde. Genau jener Betrag wurde ja seitens des Sportbudgets bei der Profiabteilung gestrichen, die statt drei nur noch 2,7 Mio. € an Eigenmitteln hält und den Trainer gleichermaßen auch als Sportdirektor beschäftigt.

Am Personalsektor scheinen offenbar auch die Tage vom deutschen Individualcoach Matthias Zimmerling gezählt. Hinter der laufenden Finanzierung der Amateure soll ein (einseitiges) Engagement der Hypo stecken. Von Dauer durfte dieses Sponsoring allerdings auch nicht sein.

Wie Gunsch bei seiner ersten offiziellen Pressekonferenz schon erwähnte, gibt es viel zu tun. Mit einer ganz klaren Priorität auf der schwarzen Null. „Der Klub hat auf wirtschaftlicher Ebene jene Aufgaben, wie wir sie vor einem Jahr am grünen Rasen hatten“, sprach Wacker-Coach Roli Kirchler in einem TT-Interview vor der neuen Saison. Der Überlebenskampf soll sich in der laufenden Spielzeit aber auf den wirtschaftlichen Sektor beschränken.


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