Privatzimmer: 25 Euro pro Nacht sind Schmerzgrenze

Osttirols Privatzimmervermieter bemühen sich mit neuer Plattform um Mindestpreise, geringere Provisionen und mehr Professionalität.

© Martin Lugger

Von Catharina Oblasser

Lienz –„Osttiroler Herzlichkeit“: So heißt eine neue Angebotsgruppe, in der sich die Vermieter von Privatzimmern und -ferienwohnungen zusammenfinden. Ihr Ziel ist neben dem Ideenaustausch und gemeinsamen Weiterbildungen vor allem ein starker Auftritt im Internet. „Bisher waren wir hauptsächlich Einzelkämpfer“, sagt Theresia Rainer, Obfrau der Privatzimmervermieter. „In einer Gruppe kann man sich besser präsentieren und hat mehr Chancen.“

Um das neue Portal www.osttiroler-herzlichkeit.at richtig bedienen und nutzen zu können, besuchten viele Mitglieder der Gruppe eigene Schulungen. Denn gelingt es, potenzielle Gäst­e auf diese Seite zu locken, so fallen bei einer allfälligen Onlinebuchung nur sehr gering­e Provisionen an. „Es sind drei Prozent“, erklärt Werner Gschwenter, der die Herzlichkeit-Plattform gemeinsam mit den Vermietern und dem Tourismusverband auf die Beine gestellt hat. „Im Gegensatz dazu kostet die Zimmervermittlung über gängige Plattformen wie tiscover oder booking.com den Betrieb bis zu 15 Prozent Provision.“

Hand in Hand mit dem professionellen Vertrieb geht auch das Streben nach mehr Qualität. Dabei dürfe man nicht betriebsblind werden, sagt Theresia Rainer. „Viele Vermieter glauben, das, was sie bieten, ist genau das, was der Gast auch wünscht.“ Oft ein Trugschluss, wie Rainer weiß. Hilfreich sei da, wenn Vermieter selbst auch einmal woanders hin auf Urlaub fahren würden, um die Konkurrenz kennen zu lernen. Verstecken muss sich die Osttiroler Qualität jedoch keineswegs, betont die Obfrau. Das müsse sich auch beim Zimmerpreis widerspiegeln. „Eine Nacht mit Frühstück kommt bei uns auf 25 bis 45 Euro. Unter 25 Euro pro Nacht sollte wirklich niemand vermieten.“

Heute hat Osttirol rund 18.000 Gästebetten, davon werden etwa 6000 von privat betrieben. Obwohl diese Zahl weitaus niedriger liegt als noch vor einigen Jahren, sind Privatvermieter ein wichtiger Pfeiler im Tourismusgebäud­e, sagt Werner Gschwenter. „Kleine Vermieter decken ein Viertel des Angebots ab. Außerdem bringen sie das Geschäft für andere Betriebe im Dorf, wie Taxis oder den Handel.“ Für TVB-Geschäftsführerin Barbara Nussbaumer ist klar: „Wir müssen bei den Privat­zimmern wieder auf­holen. Denn wir brauchen die Frequenz.“

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren