Massengrab in Mexiko: Weitere Entführungsopfer identifiziert

13 Leichen wurden vergangene Woche in einem Naturschutzpark entdeckt. Mittlerweile wurden zehn der Verstorbenen identifiziert.

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Mexiko-Stadt – Nach dem Fund eines Massengrabs in der Nähe von Mexiko-Stadt haben Angehörige von vermissten Jugendlichen weitere Leichen identifiziert. Bei nunmehr mindestens zehn der gefundenen 13 Todesopfer handle es sich um junge Leute, die Ende Mai in der Hauptstadt verschwunden waren, wie Familienmitglieder am Sonntag (Ortszeit) erklärten.

Die Leichen wurden am vergangenen Mittwoch in einem mit Beton, Asbest und Kalk zugeschütteten Grab im Naturschutzgebiet La Mesa nahe der Ortschaft Tlalmanalco (Bundesstaat Mexico) entdeckt. Am Freitag waren die ersten fünf Leichen per Gentests und körperlichen Merkmalen identifiziert worden. Wie der Anwalt Ricardo Martinez am Wochenende bestätigte, ist unter den Opfern auch ein 16-jähriger Sohn des inhaftierten Bandenchefs Jorge Ortiz Reyes, genannt „El Tanque“ (Der Panzer).

Seit Ende Mai wurden insgesamt zwölf junge Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 34 Jahren vermisst. Sie stammten aus Tepito, einem als „wildem Viertel“ der Hauptstadt bekannten Stadtteil, in dem bewaffnete Gangs illegale Geschäfte kontrollieren. Sie waren am helllichten Tag Ende Mai im zentralen Ausgehviertel Zona Rosa in der Hauptstadt entführt worden. Nach Ansicht der Behörden könnte der Mord ein Racheakt im Kampf verfeindeter Banden gewesen sein, dem der Tod eines Drogenhändlers in einer anderen Bar vorausgegangen war. (APA/dpa)


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