Pilz sieht Straches Aussagen als „Teilgeständnis“

Dass FPÖ-Chef Strache in einem Interview vermutete, seine eigene Partei habe beim Eurofighter-Deal mitkassiert, sieht der Grüne Peter Pilz als halbes Geständnis von großer Relevanz.

Neuerlicher Wirbel um die Eurofighter.
© APA

Wien - Der Grüne Peter Pilz hat sich erfreut über die Aussagen von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gezeigt, wonach die frühere Parteispitze der Freiheitlichen beim Kauf der Eurofighter mitkassiert habe. „Ich bin für dieses Teilgeständnis äußerst dankbar“, sagte Pilz auf am Montag. Er möchte zwar nicht vorgreifen, aber dieses „halbe Geständnis“ werde im Verfahren von „aller größten Relevanz sein“, so Pilz, der in den kommenden Tagen mit diesem Thema an die Öffentlichkeit treten will.

Weniger erfreut über die Äußerungen Straches zeigte sich dagegen der damals zuständige Verteidigungsminister Herbert Scheibner (FPÖ/BZÖ). „So etwas Blödes muss man einmal zusammenbringen: Seine eigene Partei in diesen Zusammenhang zu bringen“, sagte Scheibner in Richtung Strache in der Tageszeitung „Österreich“. Der BZÖ-Abgeordnete bestritt erneut, dass damals Schmiergeldzahlungen an die FPÖ geflossen seien. „Ich weiß nichts davon: Und dabei ist das der bestgeprüfte Beschaffungsvorgang.“

Strache hatte gegenüber „Österreich“ vermutet, dass die frühere Parteispitze der Freiheitlichen beim Kauf der Eurofighter mitverdient hat. „Ich hatte diesen Verdacht - und ich habe ihn heute noch. Und ich habe diesen Verdacht auch bei Frank Stronach, der sich damals ja schon mit (Ex-Finanzminister Karl-Heinz) Grasser (ehemals FPÖ und ÖVP) und (Alt-Kanzler Franz) Vranitzky (SPÖ) massiv in die Politik eingekauft hat.“

Seine Vermutungen bezogen sich auf die Zeit vor Straches Antritt als FPÖ-Obmann, also jene Periode in der Jörg Haider in der Partei das Sagen hatte und Susanne Riess-Passer Parteichefin war. Strache selbst hatte nach eigenem Bekunden schon immer ein unangenehmes Gefühl: „Wir haben sehr wohl geahnt, dass beim Eurofighter-Deal ganz offensichtlich negative Entwicklungen im Bereich der Korruption stattgefunden haben, wo es bis heute keine Aufklärung gibt.“ (APA)

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