Ex-Alpine- und Dayli-Mitarbeiter bekommen Löhne

Der Insolvenzentgeltfonds beginnt diese Woche mit der Auszahlung der Gehälter für die 5000 ehemaligen Mitarbeiter des pleitegegangenen Baukonzerns Alpine und die 3500 Mitarbeiter der insolventen Drogeriekette dayli.

Juni 2013 hat der Bauriese Alpine mit Milliardenverbindlichkeiten die größte Insolvenz der Nachkriegszeit hingelegt.
© Thomas Böhm / TT

Wien, Pucking, Wals – Die knapp 5000 ehemaligen Mitarbeiter des pleitegegangenen Baukonzerns Alpine müssen nicht mehr lange auf ihre ausstehenden Lohn- und Gehaltsteile warten. Diese Woche startet der Insolvenzentgeltfonds mit der Auszahlung, kündigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Dienstag an.

In einem ersten Schritt werden die Löhne und Gehälter - insgesamt 17 Mio. Euro - gezahlt, Anfang Oktober kommen dann noch Kündigungsentschädigungen, Abfertigungen und Urlaubsentschädigungen, so der Minister im Ö1-“Morgenjournal“ des ORF-Radio.

1500 frühere Alpine-Mitarbeiter erhalten ihr Geld ab Donnerstag, die restlichen 3400 ab kommender Woche. Grund für die gestaffelte Auszahlung sei die komplizierte Abrechnung bei den Alpine-Mitarbeitern, wie der Minister in einer Aussendung erläuterte. Insgesamt schlügen sich die Ansprüche der Alpine-Mitarbeiter mit 71,8 Mio. Euro zu Buche.

74,7 Prozent der früheren Alpine-Mitarbeiter haben einen neuen Job

Dem Sozialminister zufolge haben bereits drei von vier früheren Alpine-Mitarbeitern einen Job gefunden. Mit Stichtag 10. August hätten 3612 von 4835 Personen ein neues Beschäftigungsverhältnis gehabt - das sind 74,7 Prozent.

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Gläubiger könnten komplett leer ausgehen

Am Donnerstag findet am Wiener Handelsgericht eine Tagsatzung zur Alpine-Pleite statt. Doch schon heute, Dienstag, kommen die größten Gläubiger zusammen und werden von Masseverwalter Stephan Riel und den Sonderverwaltern über den Stand der Dinge informiert. Große Hoffnung, ihr Geld wiederzusehen, brauchen sie sich aber nicht zu machen. Kreditschützer Gerhard Weinhofer rechnet lediglich mit einer Quote von „null komma irgendwas“ bis ein, zwei Prozent. Indes könnte die Höhe der Forderungen die Vier-Milliarden-Euro-Grenze übersteigen.

Schon jetzt sind am HG Wien mehr als 9000 Forderungen in Höhe von 3,7 Mrd. Euro angemeldet. „Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Wir rechnen damit, dass es auf vier Milliarden raufgeht“, sagte Weinhofer am Dienstag zur APA.

In den 9000 Forderungen sind auch jene der rund 4900 Mitarbeiter enthalten, ihre ausstehenden Löhne und Gehälter die diese bzw. nächste Woche vom Insolvenzentgeltfonds ausbezahlt bekommen. Daneben schuldet der insolvente Baukonzern 4.100 Banken, Versicherungen, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern Geld.

Am heutigen Treffen nehmen nur die großen Gläubigerbanken, Bank Austria und Erste, die Finanzprokuratur (die Vertreterin der Republik, die Bürgschaften eingegangen ist) sowie Gläubigerschutzverbände teil, sagte Weinhofer. Bis endgültig feststeht, wie viel sie bekommen, dauert es wohl noch drei bis fünf Jahre, meint Creditreform-Experte Weinhofer. „Bis man alles verwertet hat - Mietverträge, Liegenschaften -, dauert es seine Zeit.“

Dayli-Mitarbeiter bekommen ab heute ihre Gehälter

Heute beginnt auch der Insolvenzentgeltfonds mit der Auszahlung der Gehälter für die 3500 Mitarbeiter der insolventen Drogeriekette dayli. Das hat Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) heute, Dienstag, im ORF-“Morgenjournal“ angekündigt. Zwei Tage später soll mit der Überweisung der Gehälter an die Mitarbeiter des zweiten Pleitebetriebes Alpine begonnen werden.

In einem ersten Schritt werden Löhne und Gehälter bezahlt, die den ehemaligen Mitarbeitern noch zustehen. Bei diesen Entgeltansprüchen handle es sich bei daily um 5,8 Mio. Euro, bei der Alpine um rund 19 Mio. Euro, sagte Hundstorfer. Dazu kommen noch Kündigungsentschädigungen, Abfertigungen und Urlaubsentschädigungen, die in einem zweiten Schritt Anfang Oktober ausgezahlt werden.

Insgesamt wird der Insolvenzentgeltfonds durch die Pleiten von dayli und Alpine mit 108 Mio. Euro belastet. „Das wird sich knapp ausgehen“, sagte der Sozialminister. Der Insolvenzentgeltfonds rutsche nicht ins Minus, „aber das Plus ist ein sehr, sehr minimalistisches.“ (APA)


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