„Jeder stärkere Regen kann zum Problem werden“

Die Rodungsarbeiten im Bereich des Thialbaches sind abgeschlossen, die Situation hat sich vorläufig beruhigt. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

© Paul Senn

Von Philipp Machac

Landeck –„Wir sind froh, dass sich die Lage entlang des Thialbaches vorerst einmal beruhigt hat“, schildert Paul Senn, Obmann der Zehentschaft Landeck-Stanz. Wie die TT berichtete, kam es in diesem Bereich zu gröberen Hangrutschen, so genannten Geschiebebewegungen. Dass der Thial immer wieder Teil solcher Bewegungen ist, sei an sich nichts Neues, so Senn. Jedoch konnte man letztes Jahr Veränderungen an Rissen im Boden feststellen, die anders waren als in den Jahren zuvor. Als dann daraufhin die ersten Abbrüche auftraten, musste mit Waldrodungen reagiert werden.

Diese Holzarbeiten sind nun vorerst abgeschlossen, berichtet Senn. Es befindet sich kein Holz mehr im Schubkörper. Rund 1300 Festmeter Holz wurden im Zuge der Arbeiten geschlagen. Im Vergleich dazu würden zur Waldverjüngung normal jährlich ungefähr 2000 Festmeter gefällt. In diesem Fall fiel das Holz aber natürlich auf ziemlich engen Raum, was natürlich schade für die Umgebung ist, betont Senn, sich aber nicht vermeiden ließ.

Die Beruhigung der Situation verdanke man dem trockenen Sommer. „Zum Glück hat es kaum geregnet, denn dadurch konnten auch die Holzarbeiten ohne größere Gefahren vonstatten gehen“, so der Agrar-Obmann.

Unterstützt wird das Projekt von der Wildbach Lawinen- und Wildbachverbauung. „Für uns hat es höchste Priorität, zu verhindern, dass Bäume in diesen Rutschkuchen integriert werden“, stellt Christian Weber, Leiter der Wildbach, klar. Denn man sei sich bewusst, dass wenn diese Rutschmasse erst einmal im Mündungsbereich des Thialbaches ankommt, es mit ziemlicher Sicherheit zu Verklausungen kommen wird. Um dies zu verhindern, müssen wir an den Grenzstellen vermehrt Holzbewirtschaftung betreiben, damit der Wald nicht Teil des Schubkörpers wird, so Weber.

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Die Bevölkerung müsse sich jedenfalls keine Sorgen machen, das Siedlungsgebiet sei nicht in Gefahr, gab laut Weber vor zwei Wochen ein Landesgeologe in seinem Gutachten bekannt. Die oberflächlichen Rutschungen würden zwar wild ausschauen, seien aber keine Gefahr für die Siedlungsgebiete in der Nähe.

Trotzdem müsse man am Ball bleiben und die Situation ganz genau beobachten, bekräftigt Christian Weber.

Denn auch Paul Senn weiß, jeder Regen und vor allem die Schneeschmelze im Winter können erneut Abbrüche und Hangbewegungen verursachen.


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