US-Open-Start für Rot-weiß-rot in New York perfekt geglückt

Haider-Maurer sorgte mit seinem ersten Fünf-Satz-Sieg für eine Überraschung, auch die Seefelderin Mayr-Achleitner kam unerwartet weiter.

© EPA

New York – Besser hätten die US Open in Flushing Meadows am Montag für Österreichs Tennis-Asse gar nicht beginnen können. Sowohl Andreas Haider-Maurer als auch Patricia Mayr-Achleitner feierten gegen gesetzte Spieler Außenseiter-Erfolge und haben nun gegen ihre jeweils aus Kasachstan stammenden nächsten Gegner durchaus Chancen auf die dritte Runde.

„War eigentlich schon vorbei“

Nachdem Mayr-Achleitner schon mit dem 7:6(2),6:3-Sieg über die als Nummer 29 gesetzte Slowakin Magdalena Rybarikova überrascht hatte, setzte Haider-Maurer noch eines drauf. Der 26-jährige Niederösterreicher feierte am späten Montagabend MESZ den ersten Fünf-Satz-Sieg seiner Karriere und schaltete den höher eingeschätzten Letten Ernests Gulbis nach 3:36 Stunden mit 3:6,6:3,1:6,7:6(4),6:4 aus.

Dabei hatte es alles andere als nach dem ersten Hauptbewerbssieg in New York für Haider-Maurer ausgesehen. „Es war eigentlich schon vorbei. Eineinhalb Sätze lang war ich komplett weg, das war Wahnsinn. Ich lag 0:2 im vierten Satz hinten, und er hatte vier Breakbälle. Dass ich die irgendwie abgewehrt habe, hat ihn sehr gestört. Das konnte man sehen“, erinnerte sich Haider-Mauer. Nach dem Rebreak zum 4:4 habe er dann viel besser agiert. „Ab dem Zeitpunkt habe ich zwei Klassen besser gespielt. Es wurde ein ganz anderes Match, und ich dachte: Da geht noch was.“

„Sieg gibt mit viel Kraft“

Und diesmal gab es im Gegensatz zur ersten Runde hier 2010 gegen Robin Söderling (SWE) ein Happy End. Damals hatte „AHM“ einen 0:2-Satzrückstand egalisiert, aber noch in fünf Sets verloren. „Nach allem, was ich hier schon erlebt habe, gibt mir dieser Sieg viel Kraft und tut gut“, erinnerte sich Haider-Maurer wohl auch an dieses Match. „Ich habe den fünften Satz eigentlich genossen, war nicht verkrampft. Er wollte es dagegen zu sehr mit der Brechstange.“

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Mit Gulbis, dem Schützling des Wieners Günter Bresnik, verbindet er mehrere Erinnerungen, vor allem jene aus dem Jahr 2010 in Wien. Damals hatte der Vater des Letten hinter den Kulissen des Stadthallenturniers für einen Eklat gesorgt, der noch vor Turnierbeginn zur Abreise auch von Ernests Gulbis führte. Erst dadurch rutschte Haider-Maurer damals als „Lucky Loser“ ins Hauptfeld und schaffte einen Lauf bis ins Endspiel, das er dann knapp gegen Jürgen Melzer verlor.

Chance auf Runde drei ist da

Doch Haider-Maurer konzentriert sich freilich ganz auf die Gegenwart. „Bei einem Grand Slam war das sicher einer meiner größten Siege“, sagte der Niederösterreicher. Kein Wunder, es war ja auch erst der dritte Erfolg in einem Major-Hauptbewerb. „Da ich noch ins Hauptfeld gerutscht bin, konnte ich mich neun Tage lang in Ruhe vorbereiten. Das hat geholfen.“ Und nun hat Österreichs zweitbester Spieler und aktuelle Nummer 88 sogar eine reelle Chance, erstmals bei einem Major in die Runde der letzten 32 vorzustoßen.

Gegen den Kasachen Michail Kukuschkin (ATP-172.) geht er durchaus als Favorit ins Match, das am Mittwoch oder Donnerstag in Szene gehen wird. Die beiden standen sich bisher zweimal gegenüber: 2011 in der Basel-Quali auf Hartplatz siegte der Kukuschkin in drei Sätzen, im gleichen Jahr in Baastad gewann Haider-Maurer auf Sand in zwei.

„Kukuschkin spielt ganz anders als Gulbis. Es wird nicht leicht, aber für eine zweite Runde kann ich mich nicht beschweren. Ich weiß um meine Chance, aber den Druck mache ich mir nicht“, sagte Haider-Maurer. Er müsse wie gegen Gulbis locker ins Spiel gehen. „Nur dann habe ich eine Chance, mein bestes Tennis zu spielen.“ Setzt sich Haider-Maurer durch, winkt ihm in Runde drei ein Duell mit dem als Nummer vier gesetzten Spanier David Ferrer.

Mayr-Achleitner winkt Duell mit Serena Williams

Auf ein ähnliches großes Duell kann auch Mayr-Achleitner hoffen. Gewinnt sie gegen die zu favorisierende Kasachin Jaroslawa Schwedowa, dann sollte es zum Aufeinandertreffen mit der Titelverteidigerin und Nummer eins der Welt, Serena Williams (USA), kommen. Die „glückliche Verliererin“ der Qualifikation (sie war erst nach eine Absage ins Hauptfeld gerutscht) blickte schon bald nach dem Erfolg über Rybarikova in Richtung zweite Runde und darüber hinaus. „Schwedowa ist eine gute Spielerin, aber es ist trotzdem machbar“, glaubt Mayr-Achleitner. „Dann eine dritte Runde, vermutlich in der „Nightsession“ gegen Serena - das wäre unglaublich.“

Allerdings ist die Tirolerin als Nummer 140 gegen die Nummer 78 freilich neuerlich Außenseiterin. Auch das bisher einzige Duell (2009 auf Rasen in Hertogenbosch) ist mit 6:2,6:0 klar an Schwedowa gegangen.

Am Dienstag war die dritte Spielerin aus dem ÖTV-Quartett in den Einzelbewerben im Einsatz. Yvonne Meusburger traf nach einer Spielplanänderung im vierten Match nach 17.00 Uhr MESZ auf die Chinesin Peng Shuai, die als 37. nur knapp die Setzung verpasste. Auch hier hat Peng das bisher einzige Match mit Meusburger (2012 in Kuala Lumpur) in drei Sätzen gewonnen. Erst am Mittwoch beginnt Winston-Salem-Sieger Jürgen Melzer seine diesjährigen US Open. (APA)


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