Kontroverse Debatte um Osttiroler Zuganbindung

Die schwarz-grüne Koalition stach das Oppositionsanliegen ab und stimmte mit ihrer Mehrheit für eine Zuweisung an den zuständigen Ausschuss.

Der Direktzug zwischen Lienz und Innsbruck soll mit Fahrplanwechsel im Dezember 2013 eingestellt werden und stattdessen durch eine Busverbindung ersetzt werden.
© Oblasser

Innsbruck, Lienz - Die direkte Zugverbindung zwischen Innsbruck und Lienz hat am Dienstag den Tiroler Landtag im Rahmen einer Sondersitzung beschäftigt. Die Oppositionsparteien SPÖ, Vorwärts Tirol, FPÖ und Liste Fritz - Bürgerforum Tirol forderten vehement die Beibehaltung der Anbindung. Die schwarz-grüne Koalition stach das Oppositionsanliegen ab und stimmte mit ihrer Mehrheit für eine Zuweisung an den zuständigen Ausschuss.

Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2013 soll der Direktzug zwischen Lienz und Innsbruck eingestellt und stattdessen durch eine Busverbindung ersetzt werden. Diese Variante ist laut LAbg. Hermann Kuenz (ÖVP) nicht nur schneller, sondern auch günstiger. Die Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, meinte hingegen, dass der Direktzug nicht verhandelbar wäre und die Ersatzmaßnahmen „alles schlechter und teuerer“ machten.

Die ÖVP-Proponenten sahen in dem Thema ein Wahlkampf-motiviertes-Geplänkel der Opposition. Auch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) stellte einen Bezug zur kommenden Nationalratswahl am 29. September her: „Man kann hier nicht hergehen und populistisch vor der Nationalratswahl sagen, dass Osttirol ein Bezirk zweiter Klasse ist“, empörte er sich.

Hauser machte die Grünen für die Einstellung verantwortlich

Der Klubobmann der FPÖ, Gerald Hauser, attackierte indessen die Grünen und machte sie für die Einstellung des Direktzuges verantwortlich: „Die Grünen sind auch in dieser Frage umgefallen, wie sie bisher in sämtlichen Fragen umgefallen sind“, meinte Hauser. Diese Direktverbindung sei „äußerst wichtig“. Zudem sei die Schadstoffbelastung durch die Busverbindung wesentlich höher, meinte der Klubobmann in Richtung Öko-Partei.

Auch die LAbg. und Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) sprach von einer „massiven Verschlechterung“ für den Bezirk bei Einführung der Busverbindung. An dieser Entscheidung der Landesregierung könne man ablesen, „wie in diesem Land mit peripheren Regionen umgegangen wird“, meinte die Landtagsabgeordnete.

Die Grünen als Neo-Regierungspartei verteidigten hingegen das Koalitionsvorhaben. Landtagsvizepräsident Hermann Weratschnig erklärte, dass die Landesregierung für gesamt Tirol einen „modernen und bedarfsorientierten öffentlichen Verkehr“ schaffen wolle. „Wenn ein Angebot zu wenig angenommen wird, müssen wir das verändern“, fügte Weratschnig hinzu. Zudem verwies die Koalition auf die bereits für September geplanten Gespräche mit Südtirol um eine Wiederaufnahme der Verbindung. (APA)


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