Tunnel oder neue Straße immer wahrscheinlicher

Der Felssturzbereich am Felbertauern ist geologisch so heikel, dass die Straßen AG Alternativen plant. Die Würfel fallen am 17. September.

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Von Catharina Oblasser

Matrei i. O., Lienz –Am Felbertauern ist guter Rat teuer. Bis vor Kurzem hieß es noch, dass der Felssturz, der die Schildalmgalerie verschüttete, weggeräumt und die Straße wieder befahrbar wird. Doch das ist inzwischen nur noch eine von drei Varianten. „Die Wiederherstellung der Straße ist schwieriger als anfangs geglaubt“, informiert Karl Poppeller, Vorstand der Felbertauernstraße AG. Die Geologie macht den Technikern in diesem Bereich immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Die zweite Variante wäre eine Neutrassierung der Straße durch das Tauerntal. „Die müsste ein Stück auf der jetzigen Gemeindestraße Richtung Matreier Tauernhaus verlaufen“, informiert Michael Köll, Betriebsleiter der Straßengesellschaft. „Dann müsste man den Hang hinauf zur Mautstelle.“ Mit der derzeitigen einspurigen Ersatzstraße könne man eine Neutrassierung keinesfalls vergleichen. „Die Qualität müsste in etwa so sein wie auf der Nordseite des Pass Thurn“, weiß Köll.

Möglichkeit Nummer drei ist gleichzeitig die teuerste und dauert am längsten: ein zusätzlicher Tunnel. „Wir müssten dazu die Schildalm und noch ein Stück davor und dahinter untertunneln“, erklärt Poppeller. Mit den rund 20 Millionen, die der Felbertauern AG derzeit als Felssturz-Hilfe zur Verfügung stehen, käme man nicht weit, weiß der Vorstand. „Wenn wirklich ein Tunnel kommen muss, ist es mit dieser Summe nicht mehr getan. Da kann man schon eher das Doppelte rechnen.“ Am 17. September werden sich die Eigentümervertreter der Straßen AG – Bund und Land – mit den drei Baumöglichkeiten, den jeweiligen Kosten und auch der Risikobewertung jeder einzelnen Variante beschäftigen. Für diesen Tag ist eine außerordentliche Hauptversammlung mit LH Günther Platter angesetzt.

Das Einzige, was jetzt schon feststeht: Die Ersatzstraße am Felbertauern wird nicht nur bis in den Winter hinein, sondern den ganzen Winter über in Betrieb bleiben.


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