Vergewaltigung in Indien: Einer der Täter soll erst 16 Jahre alt sein

Einer der Vergewaltiger der 22 Jahre alten Fotografin soll minderjährig sein. Die Mitglieder seiner Gang haben bereits mehrere Frauen an derselben Stelle in Mumbai brutal missbraucht. Nie wurden sie angezeigt.

© EPA

Neu Delhi - Knapp eine Woche nach der Gruppenvergewaltigung in Mumbai ist die 22 Jahre alte Fotografin aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie habe sich gut erholt, sagte ein Sprecher des Jaslok Hospitals am Mittwoch. Einer der mutmaßlichen Täter soll Medienberichten zufolge minderjährig sein. Bei der Verhaftung habe die Großmutter eine Geburtenkarte des Krankenhauses gezeigt, die den jungen Mann als 16 ausweise. Dies sei nun von der Gemeindebehörde bestätigt worden, berichtete der Nachrichtensender NDTV.

Die Polizei hatte sein Alter bislang mit 19 angegeben. Der junge Mann wird beschuldigt, am vergangenen Donnerstag zusammen mit vier anderen die junge Fotografin und ihren Kollegen überfallen zu haben. Ihr Begleiter sei in einer Fabrikruine im Zentrum Mumbais mit Gürteln gefesselt und festgehalten worden, während sich mehrere der Gruppe an der jungen Frau vergingen. Sie wurde mit inneren Verletzungen im Krankenhaus behandelt.

Auch bei der Vergewaltigung einer 23 Jahre alten Studentin im Dezember, die Indien schockierte, war einer der mutmaßlichen Täter unter 18. Statt der Todesstrafe drohen den jungen Männern damit höchstens drei Jahre Jugendarrest.

Bereits mehrere Frauen an derselben Stelle vergewaltigt

Außerdem berichteten mehrere Zeitungen, die Beschuldigten hätten bei der Polizei gestanden, bereits mehrere Frauen am gleichen Ort in Mumbai vergewaltigt zu haben. Dabei habe es sich unter anderem um eine Müllsammlerin und eine Prostituierte gehandelt, schrieb die „Times of India“. Die Gang habe sich ermutigt gefühlt weiterzumachen, weil keine der Frauen das Verbrechen angezeigt habe.

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Ferner sollen Vergewaltiger in Indien auch für ihr Versprechen, das Opfer zu heiraten, keine Strafmilderung mehr bekommen. Das Verfassungsgericht des Landes hat der «Times of India» zufolge entschieden, diese in Indien übliche Praxis zu beenden. Opfer von Vergewaltigungen gelten oft als ihrer Ehre beraubt und nicht mehr heiratsfähig. Deswegen erhalten Täter laut dem Bericht immer wieder geringere Strafen, wenn sie eine Heirat versprechen oder eine andere Abmachung getroffen wird. (dpa)


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