26 Menschen saßen stundenlang in Salzburger Höhle fest

Der starke Regen setzte am Vormittag den Ausgang des Naturwunders vollkommen unter Wasser. Alle Eingeschlossenen wurden am Nachmittag unverletzt geborgen.

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St. Martin bei Lofer – Für 26 Menschen - großteils Urlauber vor allem aus Deutschland - ist am Mittwoch die Besichtigung der Lamprechtshöhle zwischen Weißbach und St. Martin bei Lofer im Salzburger Pinzgau zu einem ungewollten Abenteuer geworden. Der starke Regen setzte am Vormittag den Ausgang des Naturwunders vollkommen unter Wasser. Die Gruppe - zufällig zusammengewürfelte Familien oder Einzelpersonen - kam nicht mehr rechtzeitig ins Freie und musste stundenlang im Höhleninneren ausharren. Am Nachmittag ging das Wasser glücklicherweise zurück, die Eingeschlossenen konnten unverletzt geborgen werden.

Die Gruppe hatte die ganze Zeit über Kontakt zur Außenwelt. In der Höhle befindet sich ein Telefon, das mit der Hütte, die zum Naturdenkmal gehört, verbunden ist. „Es gab alle zehn Minuten Kontakt. Es wurde nachgefragt, ob noch alles in Ordnung ist“, sagte der Pinzgauer Katastrophenschutzreferent Hannes Schernthaner. Im Inneren befand sich außerdem ein Notfall-Paket mit Decken, Wasser, Müsliriegel und Taschenlampen. Ein paar der Eingeschlossenen hatten zwar nasse Füße, laut Schernthaner war aber niemand in Gefahr.

Notarzt gab Entwarnung

Ab den Mittagsstunden ging dann das Wasser schon wieder zurück und die Helfer bereiteten sich allmählich auf den Einsatz vor. In der Hütte wurde ein Raum aufgeheizt, damit sich nach der Bergung die Menschen gleich aufwärmen können. Dann schickte die Höhlenrettung einen Vortrupp mit vier Helfern ins Innere. Ein Notarzt untersuchte die Betroffenen und konnte Entwarnung geben.

Die Stimmung der 20 Erwachsenen und sechs Kinder war in Ordnung, das Eintreffen der ersten Helfer nahmen sie mit großer Erleichterung auf. Die Höhlenretter versorgten sie mit Tee und Wärmepaketen, die das Warten bis zur Bergung etwas erleichtern sollten. Anschließend konnten die Urlauber ins Freie begleitet werden. Um 15.17 Uhr erschienen die ersten vier Besucher im Freien, keine Viertelstunde später waren alle Eingeschlossenen wieder unter freiem Himmel.

„Es hatte niemand Panik“

„Wir haben ihnen gleich den aufgeheizten Raum angeboten, aber eigentlich wollten alle sofort in ihr Quartier, vielleicht einmal warm duschen“, so Schernthaner. Der Einsatz, an dem insgesamt rund 30 Helfer beteiligt waren, war somit zu Ende. Wären für Nachmittag neuerliche Regenfälle prognostiziert worden, hätte die Bergung nach Angaben des Katastrophenreferenten schon früher begonnen. „Die Wetterdienststelle hat vorhergesagt, dass es trocken bleibt. So haben wir gewartet, bis das Wasser weit zurückgegangen ist. So sind die Leute nur mehr bis zu den Knöcheln nass geworden.“

Der Eingang zur Lamprechtshöhle wurde schon mehrmals durch Wasser blockiert, zuletzt im Juni 2002. Bei einem weiteren Vorfall 1998 war unter den Eingeschlossenen auch eine Epileptikerin, die einen Anfall bekam. „Dieses Mal waren alle fit und es hatte auch niemand Panik“, so Schernthaner. (APA)


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