Gefährlicher Spaß mit Golfcarts

Ein Unfall und das Ignorieren von Fahrverboten sind in der Region Achensee Auslöser für eine Diskussion rund um Kinder am Steuer von motorisierten Golfwägen. Sie sind kein Spielzeug, warnt die Polizei.

© Getty Images/iStockphoto

Von Margret Klausner

Achenkirch –Die Achensee-Region hat sich in den vergangenen Jahren zur beliebten Destination für Golfspieler entwickelt. Zwei Plätze in Achenkirch und Pertisau laden zum Golfen ein – wer allerdings nicht zu Fuß über den Platz marschieren will, nutzt so genannte „Golfcarts“, die meist zwei Personen Platz bieten und dank Elektromotor auch umweltfreundlich sind.

In letzter Zeit sind diese Golfcarts allerdings auch öfte­r auf den Straßen der Region unterwegs. Grundsätzlich kein Problem, solange Erwachsen­e am Steuer sitzen, zumal die Fahrzeuge auch für den Straßen­verkehr geeignet sind. Allerdings fahren in jüngster Zeit vermehrt Kinder mit ihnen umher und machen sich ihren Spaß damit – auch im öffentlichen Bereich und ohne Begleitung Erwachsener.

Die Polizei in Achenkirch kennt das Problem. Ein Unfall mit Verletzten und das Missachten von Fahrverboten (z. B. auf der Seeuferstraße) sind jetzt Auslöser für eine Diskussion über die Sicherheit dieser Gefährte für Kinder. „Wir müssen die Stärke der Motoren unterscheiden. Sind sie mit einem Elektromotor bis 600 Watt ausgestattet bzw. nicht schneller als 25 km/h, dann gelten sie als mehrspuriges Fahrrad und dürfen auch von Kindern ab einem Alter von zwölf Jahren gelenkt werden“, klärt der Chef der Verkehrsabteilung des Landespolizeikommandos, Markus Widmann, auf. Kinder, die bereits den Fahrradführerschein haben, dürfen das Gerät sogar bereits ab zehn Jahren lenken.

Werden die 600 Watt überschritten oder ist das Gerät mit einem PS-stärkeren Treibstoff-Motor ausgestattet, handelt es sich um ein vierrädriges Leichtfahrzeug, ähnlich einem Mopedauto, darf daher es erst ab 16 Jahren und nur mit einem Mopedführerschein gelenkt werden.

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„Doch auch wenn man dies­e Golfwagerln bereits mit zwölf Jahren fahren darf, sind sie kein Spielzeug, und das Lenken erfordert ein hohes Maß an Verantwortung“, betont Widmann. Eltern, die ihren Sprösslingen erlauben, solche Golfwagerln spaßeshalber zu fahren, sollten nicht vergessen, dass sie im Fall eines Unfalls haften. „Auch wenn das Kind noch strafunmündig ist (in Österreich ab 14 Jahren), sind die Eltern im Fall von Schäden zivilrechtlich haftbar“, klärt Tirols oberster Verkehrspolizist auf. Verboten ist für unter 16-Jährige übrigens das Mitnehmen von Passagieren. Allgemeine Fahrverbote, wie auf der Uferstraße, gelten natürlich auch für Golfwagen, betont die Polizei. Diese Bereiche werden übrigens ab jetzt vermehrt überwacht – auch um rücksichtslose Moped­fahrer aus den Verkehr zu ziehen.

Erwachsene Lenker von Golfcarts sollten nicht vergessen, dass die gleichen Alkoholbestimmungen wie bei Fahrradfahrern gelten – 0,8 Promille Alkohol im Blut sind daher die absolute Ober­grenze.


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