Sprachbasis ist früh zu schaffen

Staatssekretär besuchte die Jenbacher Kinderkrippe und tritt für Sprachförderung ein.

© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –„Eigentlich ist es skurril, dass der Staat viel Geld in spätere Reparaturen investiert. Vor allem in der Frühförderung muss man aktiv werden, um eine Schieflage zu vermeiden“, stellte Staatssekretär Sebastian Kurz bei einer Visite der Jenbacher Kinderkrippe fest. Die Kinder waren zwar in den Ferien, dafür wurden aber auf Gemeindeseite wunde Punkte in der Frühförderung angesprochen. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das Land vom Bund Geld bekommt und das dann – wie es in Jenbach erforderlich wäre – für die Bezahlung einer Assistenzkraft verwendet wird. Konkret brauchen wir in der Kinderkrippe, die für 48 Kinder ausgelegt ist, Frauen mit türkischer und serbokroatischer Muttersprache“, brachte es Bürgermeister Dietmar Wallner auf den Punkt. Allein 1,3 Millionen Euro investiert die Marktgemeinde in die zwei Kindergärten und die Kinderkrippe. Durchaus verträglich sei der Preis von 80 Euro pro Monat für die Betreuung in der Jenbacher Kinderkrippe, meinte Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz.

„Für den Herbst sind 44 Kinder angemeldet“, berichtete Gerda Kirnbauer, die mehrere Jahre die Kinderkrippe leitete. Derzeit ist Jennifer Rahm die Leiterin. 22 Kindern ist die deutsche Sprache fremd, für zwölf ist Türkisch die Erstsprache. Schon bei der Anmeldung der Kinder seien etliche Hürden zu bewältigen, wie die Kindergartenpädagogin aufzeigte. „Wir investieren zehn Millionen Euro pro Jahr in die sprachliche Frühförderung“, klärte der Staatssekretär auf. Im internationalen Vergleich sei das sicher nicht schlecht. „Der Fokus liegt aber auf der deutschen Sprache. Dass sich die Nettozuwanderung fast Jahr für Jahr ändert, ist ein Faktum. Rund 140.000 Menschen ziehen neu nach Österreich, 100.000 verlassen aber das Land“, wusste Sebastian Kurz. Mehrsprachigkeit in Bildungszentren sei generell für die Sprachförderung gut.

Zur Situation in Jenbach berichtete BM Wallner. Im Ort leben 266 EU-Bürger, 345 stammen aus Ex-Jugoslawien, 363 sind türkische Staatsbürger. Aus anderen Staaten stammen 68 der rund 6900 Einwohner.

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