Betriebslärm der „Conti“ muss reduziert werden

Nach Anrainerbeschwerden und durchgeführten Lärmmessungen bei der Donau Chemie steht nun ein Großprojekt zur Genehmigung bereit.

© Philipp Machac

Von Philipp Machac

Landeck –Erst im Februar wurden die Lagermengen für die am Gelände der Donau Chemie gelagerten Stoffe Chlorgas und Kryolith reduziert, um weiterhin die strengen „IPPC“-Richtlinien zu erfüllen und nicht als „Seveso-II-Betrieb“ eingestuft zu werden – die TT berichtete. Nun muss sich der traditionelle Industriebetrieb – der bei den Landeckern immer noch Conti heißt – mit Lärmschutzmaßnahmen befassen.

Über viele Jahre gab es immer wieder Beschwerden von verschiedenen Anrainern über die Lärmentwicklung am Betriebsgelände, erklärt Bernd Tamanini, Leiter des Gewerbereferats an der BH Landeck. Diesen Beschwerden sei man stets nachgegangen und habe zahlreiche Messungen durchgeführt, die aber nicht immer erfolgreich waren. „Der bekannte Vorführeffekt“, betont Tamanini. Es sei zudem sehr schwierig, die Lärmquellen am Betriebsgelände exakt festzustellen. Da aber die Aussagen der Anrainer durchaus plausibel waren, wurde schlussendlich auch anhand von Messergebnissen in einer Sitzung mit der Donau Chemie beschlossen, dass reagiert werden muss.

Fristgerecht hat sie nun ein umfangreiches Projekt eingereicht, welches viele einzelne Maßnahmen zur erheblichen Reduktion des Betriebslärmes vorsieht. Ausgearbeitet wurde dieses Projekt von einer beauftragten Fachfirma, welcher die Messergebnisse der Lärmmessungen vorliegen. Anders als den Anrainern. „Obwohl ausgemacht war, dass wir die Ergebnisse, die auch neben unseren Häusern aufgezeichnet wurden, zugeschickt bekommen, haben wir bis heute noch keine Information erhalten, ob die Werte zu hoch sind und wenn ja, in welchem Rahmen man sich da bewegt“, erklärt ein Anrainer (Name der Redaktion bekannt). Von Seiten der Donau Chemie AG war man zum jetzigen Zeitpunkt zu keiner Stellungnahme bereit.

Ob diese große Investition der Donau Chemie, wie sie momentan geplant ist, auch umgesetzt wird, müsse erst genauestens durch Sachverständige geprüft werden, erklärt Tamanini. Am 3. September sei dazu eine Sitzung mit den Experten des Landes geplant, welche feststellen sollen, ob die geplanten Maßnahmen auch die gewünschte Lärmreduktion im Zusammenhang mit den vorliegenden Messwerten bewirken.

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Den Anrainern ist es ein großes Anliegen klarzustellen, dass sie keineswegs für eine Schließung der Kultfabrik sind. „Das wird leider in der Bevölkerung oft falsch interpretiert. Wir wollen die Conti nicht zusperren lassen. Jedoch gibt es in Österreich einfach Richtlinien, die für jeden Betrieb gelten. Und wir sind der Ansicht, dass sich auch die Donau Chemie an diese Richtlinien halten muss“, sind sich die Anrainer einig, „und letztendlich sind Verbesserungen, die der Sicherheit dienen, für den ganzen Talkessel von Vorteil.“


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