Tirol Werbung kooperiert mit ÖBB, DB und SBB

Schiene statt Blechlawine: Tirol will die Zahl der Urlauber, die mit der Bahn anreisen, verdoppeln. Die ÖBB investieren im Land mehr als zwei Mrd. Euro, an den Knotenpunkten sollen künftig mehr Züge halten.

Symbolfoto.
© MEV

Von Beate Troger

Alpbach – Vor allem im Winter sind die langen Staus vor den Toren der Wintersporttäler ein vertrautes Bild. Um den Blechkolonnen auf den Straßen zur Hochsaison Herr zu werden, versucht die Tirol Werbung, den Urlaubern die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem mit dem Zug, schmackhaft zu machen. Von den knapp zehn Millionen Gästen, die im Vorjahr in Tirol geurlaubt haben, sind etwa rund 500.000 Besucher mit der Bahn angereist.

Tirol hat sich nun zum Ziel gesetzt, diesen Anteil von fünf Prozent bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Dafür wurde eine umfassende Kooperation mit den ÖBB, der Deutschen Bahn und der Schweizerischen Bundesbahn geschlossen. Nun buhlt die Tirol Werbung gemeinsam um Gäste und wirbt für eine stressfreie und staulose Anreise nach Tirol. Spezielle Schnäppchen – ab 19 Euro aus ganz Österreich und ab 39 Euro aus ganz Deutschland – sollen den Zug als ernst zu nehmende Alternative zum Privat-Pkw positionieren. Eine Reisezeitkarte veranschaulicht die Zeitersparnis der Schiene im Vergleich zur Straße. Obwohl recht konstant rund 85 Prozent der Tirol-Urlauber mit dem Auto anreisen, ortet Tirol-Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter großes Potenzial für die Bahn: „Das Auto hat als Statussymbol in der Gesellschaft an Bedeutung verloren. Außerdem beginne bei der Anreise per Bahn die Erholung bereits im Zug.

Jetzt liege es an den Tourismusverbänden und Beherbergungsbetrieben, bei der Bahn-Kampagne mitzuziehen, fordert Siegfried Egger, Fachgruppenobmann der Hoteliers in der Wirtschaftskammer Tirol. Die letzte Meile, also der Weg vom Bahnhof zum Hotel, gelte für viele Gäste noch als große Hürde. Vorzeigeprojekte gibt es in Tirol bereits: So können im Oberland Urlauber mit der „Ötztal Premium Card“ alle öffentlichen Verkehrsmittel gratis nutzen, im Kaiserwinkel bieten die Hotels eine Gratis-Abholung vom Bahnhof an.

Für ÖBB-Geschäftsführer Christian Kern gilt Tirol als „absolutes Bahn-Vorzeigeland“. Heuer sei im ersten Halbjahr 2013 die Zahl der Fahrgäste um fünf Prozent gestiegen, im grenzüberschreitenden Verkehr wurden Zuwächse von elf Prozent verzeichnet. „In den kommenden fünf Jahren werden in Tirol rund zwei Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert“, kündigt Kern an – vor allem auf der Brennerstrecke. Damit verkürze sich die Fahrzeit nach Bozen künftig von derzeit knapp zwei Stunden auf 45 Minuten. Mit dem Ausbau der Unterinntalstrecke verringere sich auch die Fahrzeit nach Wien von 4:15 Stunden um weitere sechs Minuten. Außerdem sollen an den Tiroler Verkehrsknoten ab Dezember noch zusätzliche Railjet-Züge halten.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte