Eiche, Ulme und Co. sollen Innsbrucks Wälder fit halten

Das städtische Forstamt will mit einem Pilotprojekt Verjüngungs-Werbung bei privaten Waldbesitzern machen. Man hofft auf Verständnis in der Bevölkerung.

© Andreas Rottensteiner / TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Was heute noch klein und verletzlich ist, soll in 80 bis 100 Jahren ein acht- und kostbarer Laubbaum mit einem bis zu acht Meter hohen, astfreiem Stamm werden. Oberhalb von Schloss Ambras, im so genannten Tantegert, beschreitet das Innsbrucker Forstamt Neuland. Im Umkreis wurden dort auf elf verschiedenen Teilwaldflächen auf einer Gesamtfläche von rund 5,5 Hektar über 3500 neue Laubbäume gepflanzt. Der Startschuss für ein Pilotprojekt, dessen großes Ziel es ist, die Wälder rund um Innsbruck fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

„Die Szenarien sind besorgniserregend“, sagt Andreas Wildauer, Leiter des städtischen Amtes für Land- und Forstwirtschaft. Wetterextreme würden zunehmen – Stürme, große Trockenheit, große Regenmengen. Der heurige Sommer lässt grüßen. Das alles bringe „den Wald in Bedrängnis“. Wohlgemerkt: den Wald in seinem heutigen Zustand. Über weite Strecken reine Fichten-Monokulturen. Flachwurzler, anfällig für all die genannten Gefahren.

Die Antwort der Experten ist zwar nicht neu, die Umsetzung jedoch schon. Anhand einer erst fertiggestellten Standortkartierung der Wälder für den Raum um Innsbruck, gepaart mit Bodenproben wurden an genannter Pilotfläche allerlei Laubbäume eingepflanzt. So genannte Tiefwurzler, die resistenter gegenüber äußeren Umwelteinflüssen seien als der Altbestand. Doch nicht wie bisher üblich flächendeckend, sondern sorgfältig in kleinen Gruppen mit ausreichend Abstand dazwischen, wie Waldaufseher Stefan Peer aus der Praxis berichtet. Damit solle dem Nachwuchs ausreichend Platz gegeben werden, um wachsen zu können. Und zwar in für die einzelnen Waldbesitzer später nutzbarer Qualität.

Die jetzigen Pflanzungen sollen als „Beispielflächen für die privaten Waldbesitzer“ herhalten. Damit diese sich ebenso dazu entschließen, am Verjüngungsprogramm teilzunehmen. Die Maßnahmen im Bereich Tantegert haben an die 32.000 Euro gekostet. Geld, das man vom Bau des Brennerbasistunnels lukrieren konnte. Haben sich die Tunnelbauer doch für Ausgleichsmaßnahmen verpflichten müssen. Bereits ab Herbst soll in Arzl im Bereich Brunnelboden auf weiteren 2,5 Hektar an die 2500 Jungbäume eine Heimat finden.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Wildauer bittet die Bevölkerung aber um Verständnis, dass zuvor der Altbestand „genutzt“, also gerodet werden müsse. Aber auch dazu sei ein Wald eben da. Der fürs Forstamt politisch zuständige Vize-BM Christoph Kaufmann ist vom Erfolg der Aktion überzeugt: „Es braucht aber noch eine stärkere Bewusstseinsbildung.“


Kommentieren