Köll: „In der Koalition läuft es nicht rund“

VP-Arbeitnehmerchef Köll fordert die Grünen auf, zum Koalitionsab-kommen zurückzukehren. Für ihn stottert die schwarz-grüne Regierung.

Andreas Köll vertritt die Tiroler Volkspartei im Bundesrat.
© TT/Thomas Böhm

Von Peter Nindler

Innsbruck –Nach der Landtagswahl am 29. April flog AAB-Chef Andreas Köll aus dem Landtag. Jetzt vertritt der Bürgermeister von Matrei i. O. die Tiroler Volkspartei im Bundesrat. Seine Zukunft an der Spitze des ÖVP-Arbeitnehmerbundes ist ungewiss, wenngleich Köll durchblicken lässt, dass er AAB-Chef bleiben möchte. Der Landestag wird im Jänner oder Februar 2014 stattfinden. „Die Weichen werden im Herbst gestellt“, sagt Köll gegenüber der TT. Sollten sich die Bezirke für seinen Verbleib aussprechen, „würde ich gerne bleiben“, fügt Köll hinzu. Und wenn nicht? „Dann werden wir eine gute Lösung finden.“ Als mögliche Nachfolgerin bringt er Bildungslandesrätin Beate Palfrader ins Spiel. Aber auch LR Hannes Tratter gilt als möglicher AAB-Erbe.

In der Volkspartei ist der Osttiroler Politiker mit seinem umfangreichen Netzwerk seit Jahren umstritten. Kölls Bilanz der ersten 100 Tage schwarz-grüner Landesregierung dürfte die ÖVP-Spitze um Landeshauptmann Günther Platter wohl auch schwer verdauen. Denn offen spricht er davon, „dass es derzeit in der Koalition nicht sehr rund läuft“. Verantwortlich dafür macht Köll die Grünen, „die sich in den vergangenen Wochen vom Koalitionsabkommen entfernt haben“. In der ÖVP-Basis beginne es zu rumoren, „die Funktionäre wundern sich und die Wirtschaft fühlt sich vor den Kopf gestoßen“.

Als Beispiele nennt Köll den Tourismus, die Debatte um das sektorale Lkw-Fahrverbot, aber auch ideologische Fragen wie die Abtreibungsthematik. „Die Touristiker wünschen sich den Skigebietszusammenschluss Pitztal und Ötztal, da orte ich viel Kritik an der Position der Umweltreferentin.“ Mit ihrem Vorstoß beim Lkw-Fahrverbot habe LHStv. Ingrid Felipe viele Wirtschaftstreibende verärgert. „Und dass für Sozial-LR Christine Baur eine Ambulanz für Abtreibungen vorstellbar ist, kommt nicht in Frage. Das steht nicht im Koalitionsabkommen“, kritisiert Köll. Er forderte die Grünen auf, wieder zum gemeinsamen Pakt zurückzukehren, „damit der Regierungsmotor wieder rund lauft“.

Im Zusammenhang mit der emotionalen Debatte um das Aus für den Direktzug von Lienz nach Innsbruck hat Andreas Köll ebenfalls eine klare Meinung. „Trotz der vielen guten Alternativen wird die Direktverbindung wohl wieder kommen müssen.“

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