Nicht auf die totale Erinnerung vergessen

Linz – Das diesjährige Linzer Medienkunstfestival Ars Electronica „Total Recall – The Evolution of Memory“ hat sich dem Gedächtnis verschrie...

© Florian Voggeneder

Linz –Das diesjährige Linzer Medienkunstfestival Ars Elec­tronica „Total Recall – The Evolution of Memory“ hat sich dem Gedächtnis verschrieben – mit all seinen Facetten. Von 5. bis 9. September stehen Symposien, Ausstellungen und Konzerte auf dem Programm. Das titelgebende Festivalthema „wird immer akuter“, erinnerte die künstlerische Leiterin Christine Schöpf an die drastische Zunahme von Speicher­medien. In einem Pressegespräch verwies sie zudem auf einen schmerzhaften Aspekt: Erkrankungen, die zu Gedächtnisverlust führen und denen ein eigener wissenschaftlicher Schwerpunkt gewidmet ist. So ist das Symposium am 6. und 8. September in die Bereiche Erinnerung des Menschen, der Natur und der Maschinen gegliedert. Neben namhaften Wissenschaftern werden auch Personen, die von Demenz betroffen sind, erwartet.

Gestartet wird die Ars Electronica in der Tabakfabrik mit „Wir sind hier“. Die aktionistische Live-Performance nimmt 80 Jahre Bücherverbrennung zum Anlass, auf die aktuellen Tendenzen rund um Überwachung und Zensur aufmerksam zu machen. Der Technologisierung unseres Alltags widmet sich die Ausstellung „Il(l) Machine“ im Brucknerhaus mit Arbeiten von 67 Studierenden aus Israel. Im Offenen Kulturhaus werden die Siegerarbeiten des Prix Ars Electronica gezeigt. Beim „Höhenrausch“ präsentiert Bill Fontana ein­e Collage aus Sounds, die er im Teilchenbeschleuniger des Schweizer Kernforschungszentrums CERN aufgenommen hat.

Nach Sam Auinger und Rupert Huber bringt heuer Wolfgang „Fadi“ Dorninger den Linzer Mariendom zum Klingen, bei der Acht-Kanal-Soundinstallation „The Aural-Memory-Machine“ werden von Besuchern eingegebene Texte in Klänge umgewandelt. Am Donauufer geht die Visualisierte Klangwolke über die Bühne: Bei „Bruckner lebt!“ mit der Musik des ober­österreichischen Komponisten werden Smartphones und Tablet­s in Instrumente verwandelt. Am 8. September wird zur „Großen Konzertnacht“ vor und im Kunstmuseu­m Lentos, im Donaupark und im Bruckner­haus geladen, bei der u. a. das Bruckne­r Orchester Philip Glass’ 10. Symphonie spielt. (APA)

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