Industriepark Kaesong: Länder unterzeichnen Abkommen

Künftig soll ein gemeinsames Komitee den Betrieb des grenznahen Industrieparks in Nordkorea beaufsichtigen. Vor mehr als einem halben Jahr war der Betrieb gestoppt worden.

© KOREA POOL / HO

Pjöngjang/Seoul - Im Zuge ihrer zaghaften Annäherung treiben Nord- und Südkorea die geplante Wiederinbetriebnahme des seit April geschlossenen Industrieparks in Kaesong voran. Damals hatte Nordkorea seine rund 53.000 Arbeitskräfte abgezogen, wodurch Milliarden-Umsätze auf dem Spiel standen. Beide Länder unterzeichneten am Donnerstag ein Abkommen über ein gemeinsames Komitees, das den Betrieb des grenznahen Gewerbekomplexes in Nordkorea künftig beaufsichtigen soll. Das teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Besonders Südkorea profitiert von der jüngsten Vereinbarung. Das neue Komitee werde nun im Gegensatz zum früheren Management von beiden Ländern gleichermaßen besetzt sein, sagte eine Ministeriumssprecherin. Wie das in der Praxis genau aussehe, könne man aber zum jetzigen Zeitpunkt „noch nicht beurteilen“. Der größtenteils vom Süden finanzierte Komplex brachte dem Norden bis zu seiner Schließung im April 2013 nach Schätzungen jährlich bis zu 90 Millionen US-Dollar (67 Mio. Euro) ein.

Das Komitee wird den Angaben zufolge seine erste Sitzung am kommenden Montag abhalten. Dann werde voraussichtlich auch entschieden, wann der Industriepark wiedereröffnet werden soll. Dieser liegt zehn Kilometer innerhalb des nordkoreanischen Territoriums. Das Komitee soll von einem ständigen Sekretariat unterstützt werden, das den regulären Betrieb des Fabrikparks gewährleisten soll.

Am 7. August kündigte Nordkorea an, die Sonderwirtschaftszone wieder komplett für südkoreanische Unternehmen öffnen. Erst vor zwei Wochen hatten beide Länder vereinbart, den Komplex wiederzueröffnen, den Nordkorea infolge zunehmender Spannungen geschlossen hatte. Der Streit um das Atomprogramm Nordkoreas hatte sich wegen des dritten Nukleartest des Landes im Februar zugespitzt. Süd- und Nordkorea hatten zuletzt aber wieder Signale der Entspannung ausgesendet.

Der frühere südkoreanische Präsident Kim Dae-jung hatte Ende der 1990er-Jahre eine Politik der Annäherung an den Norden betrieben. Die Errichtung der Sonderwirtschaftszone begann 2003; Ende 2004 wurden dort die ersten Produkte hergestellt. (APA/dpa/AFP/Reuters)


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