Arzler Großprojekte stehen kurz vor der Fertigstellung

Das Wohn- und Geschäftshaus „neue Post“ und das Pflegezentrum Pitztal werden im Herbst ihrer Bestimmung übergeben.

© guido walch

Von Guido Walch

Arzl i. P. –Das Hotel Post im Zentrum von Arzl war über Jahrhunderte die erste Adresse im Dorf. Dies kam nicht nur mit der Hausnummer 1 zum Ausdruck, sondern auch durch die markante architektonische Erscheinung. Nach Jahren der Ungewissheit erwarb Walter Stoll das Gebäude, riss es ab und errichtete es nach altem Vorbild in der gleichen traditionellen Bauweise wieder. 22 Eigentumswohnungen entstehen hier, dazu Geschäftslokale, die eine Zahnarztpraxis, eine Pizzeria und einen neuen MPreis beheimaten.

Letzterer wurde am Mittwoch von MPreis-Chef Hansjörg Mölk, BM Siegfried Neururer und Architekt Hanno Parth eröffnet. Der rund 1000 Quadratmeter große Lebensmittelmarkt wird von Elisabeth Lintner geleitet und schafft 14 Arbeitsplätze. Die „neue Post“ wird Mitte Oktober offiziell mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt.

Für Bürgermeister Neururer gibt es gleich zwei Gründe zur Freude, denn am 9. und 10. November wird nur einen Steinwurf von der Post entfernt das neue Pflegezentrum Pitztal in Betrieb genommen. „Ich glaube kaum, dass es in Arzl noch einmal ein Jahr geben wird, wo ähnlich viel Beton und Stahl verbaut werden wie heuer“, schmunzelte der Gemeindechef.

Im März 2012 erfolgte auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück am „Janesebichl“ der Spatenstich für das Pflegezentrum, das von den Pitztaler Gemeinden Arzl, Jerzens, Wenns und St. Leonhard errichtet und finanziert wird. Im November desselben Jahren konnte man die Firstfeier begehen.

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Das Projekt könnte allerdings schon längst fertig sein, wäre nicht die Ausschreibung eines EU-weiten Architektenwettbewerbes durch die Tiroler Architektenkammer erzwungen worden. Ursprünglich wollte die Gemeinde Arzl einen auf vier Planer beschränkten Wettbewerb durchführen. „Die europaweite Ausschreibung hatte aber schlussendlich auch ihre Vorteile“, erklärt Siegfried Neururer.

In der Gemeindestube stapelten sich 130 Projekte von Architekten aus England über Spanien, Italien, Deutschland und Österreich. „Die Auswahl war enorm und brachte uns auch neue Sichtweisen auf das Projekt“, so Neururer. Das Rennen machte schließlich das Architekturbüro Sitka-Kaserer aus Saalfelden, das schon mehrere Seniorenheime verwirklichte.

Neun Millionen Euro kostet das Pflegezentrum Pitztal, das auf 52 Betten ausgelegt ist. Zwei Millionen Euro werden als Bedarfszuweisungen lukriert, 4,2 Millionen Euro über die Wohnbauförderung finanziert.

Arzl ist mit 50 Prozent der größte „Zahler“, der Rest ist anhand eines Beteiligungsschlüssels von den Gemeinden des Pflegeverbandes Pitztal aufzubringen.


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