Bluttat im Weinviertel: 38-Jährige von Ex-Mann erstochen

Der tatverdächtige 52-jährige Ex-Ehemann ließ sich widerstandslos festnehmen. Das Opfer verstarb im AKH Wien.

Laa a. d. Thaya – Vor den Augen von Passanten ist eine 38-jährige zweifache Mutter am Donnerstag in Laa a.d. Thaya (Bezirk Mistelbach) offenbar von ihrem Ex-Mann erstochen worden. Die Bluttat ereignete sich in der Rathausgasse im Zentrum der Weinviertler Grenzstadt. Der 52-Jährige ließ sich nach Angaben des Landeskriminalamtes NÖ danach widerstandslos festnehmen. Seine Einvernahme dauerte am Nachmittag an.

Passanten hatten gegen 8.30 Uhr die örtliche Polizeiinspektion dahin gehend alarmiert, dass in der Rathausgasse ein Mann auf eine Frau einsteche. Der 52-Jährige aus dem Bezirk Mistelbach soll anschließend einen Tatzeugen aufgefordert haben, ihm eigens mitgebrachte Handschellen anzulegen. Der Passant sei dieser Aufforderung nachgekommen. Der Beschuldigte habe dann auf das Eintreffen der Polizei gewartet, sagte Franz Polzer, Chef des Landeskriminalamtes.

„Schwere Verletzungen im Hals- und Brustbereich“

Die 38-jährige Ex-Frau des Verdächtigen erlitt durch „Dutzende Stiche mit einer Art Taschenmesser“, so Polzer, schwere Verletzungen im Hals- und Brustbereich. Zuvor hatte der Verdächtige zwei Schreckschüsse aus einer Pistole abgegeben. „Christophorus 9“ flog das Opfer in das AKH Wien, wo die zweifache Mutter noch am Vormittag starb.

Die Bluttat in der niederösterreichischen Grenzstadt ereignete sich unmittelbar vor dem Haus, in dem die Frau gelebt hatte. Das Ex-Ehepaar hat zwei Söhne. Die Buben im Alter von vier und fünf Jahren waren im Kindergarten, als das Verbrechen an ihrer Mutter geschah. Die 38-Jährige selbst war auf dem Heimweg vom Einkaufen, als ihr der Ex-Ehemann offensichtlich auflauerte. Der Einkaufskorb der Frau blieb am Tatort zurück.

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Scheidung mutmaßliches Motiv

Die Kriminalisten gehen davon aus, dass das Verbrechen geplant war. Als Motiv sehen sie die Scheidung an, die erst vor wenigen Wochen erfolgt war. Dass sich das nunmehrige Opfer bereits 2009 an das Frauenhaus Mödling und an die Gewaltschutzzentren gewendet hatte, konnte Polzer nicht bestätigen. Vorfälle nach der Scheidung - Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), sprach von anonymen Anrufen - seien aktenkundig.

Die polizeilichen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verbrechen waren am Donnerstagnachmittag weiterhin im Gang. Die Tatwaffe wurde sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Einlieferung des Verdächtigen nach Abschluss der Erhebungen in die Justizanstalt Korneuburg an. Um die Buben kümmert sich laut ORF NÖ derzeit die Jugendwohlfahrt. (APA)


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