Titelverteidiger Murray feierte perfekten US-Open-Start

Ivo Karlovic beendete die Einzel-Karriere von James Blakes mit 38 Assen.

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New York – Spät, aber doch hat Titelverteidiger Andy Murray an einem verregneten dritten Tag der US Open in New York seine erste Hürde gemeistert. Erst um 21.55 Uhr Ortszeit begann die Night Session im Arthur-Ashe-Stadion von Flushing Meadows, der drittspäteste Start in der Geschichte des Major-Turniers in New York. Mit einem 6:2,6:4,6:3 über den Franzosen Michael Llodra war Murray dann auf dem Platz umso schneller, nach 98 Minuten war der Spuk vorbei.

28 Matches mussten verschoben werden

Als um 23:53 auch noch Sloane Stephens im größten Tennis-Stadion der Welt einmarschierte, wurde anschaulich, wie sehr der Regen am Mittwoch den Spielbetrieb gestört hatte. Die als Nummer 15 gesetzte große US-Damen-Hoffnung fertigte Urszula Radwanska (POL) in 58 Minuten mit 6:1,6:1 ab.

Nicht weniger als 28 Matches sind auf Donnerstag verschoben worden, darunter auch das Zweitrunden-Spiel der Weltranglisten-Ersten Serena Williams. Den Erstrundenmatches der Herren, die ja in New York immer auf die ersten drei Tage verteilt werden, wurde Vorrang gegeben. Ein tolles Match lieferten einander dabei der US-Open-Champion von 2009, Juan Martin Del Potro, und Guillermo Garcia-Lopez (ESP). Der als Nummer sechs gesetzte Argentinier setzte sich im mehrmals unterbrochenen Duell mit 6:3,6:7(5),6:4,7:6(7) durch und freute sich, Satz fünf vermieden zu haben.

Del Potro hat „großen Kampf“ gewonnen

„Das hat sich gut angefühlt, weil ich habe einen großen Kampf in der ersten Runde gewonnen“, freute sich der 24-jährige 1,98-m-Riese. „Ich musste drei oder vier ‚winner‘ bei einem Ballwechsel schlagen, um den Punkt zu gewinnen“, lobte Del Potro seinen Gegner. Erst nach 4:13 Stunden und zusätzlichen etwa vier Stunden Regenunterbrechung war der ehemalige Wien-Sieger eine Runde weiter. In dieser trifft er nun auf einen anderen ehemaligen US-Open-Sieger: Altstar Lleyton Hewitt, der Brian Baker (USA) in vier Sets bezwang.

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Melzer-Bezwinger Jewgenij Donskoj trifft übrigens nicht auf den Niederländer Igor Sijsling, der die Generalprobe für den Davis-Cup-Länderkampf Niederlande - Österreich Mitte September wie Jürgen Melzer ebenfalls verpatzte. Der deutsche Qualifikant Peter Gojowczyk überraschte Sijsling mit einem 7:6(7),2:6,6:4,6:1-Erfolg.

Zufrieden mit einem „soliden Match“ war auch Murray, weniger erfreut war er aber über den späten Start ins Turnier. „Wenn man um diese Zeit sein erstes Match spielt, ist das natürlich nicht ideal. Ich weiß nicht, wie viele Spieler ihr erstes Match so spät am Mittwoch begonnen haben.“ Das Positive für ihn war freilich die Rückkehr auf jenen Court, auf dem er vor einem Jahr endlich seinen ersten Major-Titel gewonnen hat. Dem Wimbledon-Sieger 2013 ist vor Jahresfrist der Knopf aufgegangen und auch das ewige Warten der Briten auf einen Major-Titel war zu Ende gegangen. „Natürlich war das der netteste Teil dieses Matches, weil ich sehr schöne Erinnerungen habe.“

Blake: „ Werde wieder ganz nomrale Person“

Viele Erinnerungen werden auch James Blake durch den Kopf gegangen sein. Der US-Amerikaner verließ die Anlage erst einige Zeit nach Mitternacht. Vor mehr als 10.000 Fans hatte er sich zuvor dem Aufschlag-Riesen Ivo Karlovic hauchdünn im fünften Satz beugen müssen. Nicht weniger als 38 Asse schoss der Kroate, gewann hauchdünn mit 6:7(2),3:6,6:4,7:6(2),7:6(2) und beendete so die Einzel-Karriere des 33-jährigen Blake.

„Jetzt werde ich wieder eine ganz normal Person werden“, sagte Blake, der am Donnerstag noch im Doppel mit Jack Sock gegen Alexander Peya/Bruno Soares antrat. Allerdings eine hochintelligente Person, die dem Circuit fehlen wird. Der Afro-Amerikaner, der sein Harvard-Studium nach dem zweiten Jahr wegen seiner Tennis-Karriere beendet hatte, hat sich immer auch um soziale Themen Gedanken gemacht. So war er jedenfalls froh, dass er am 50. Jahrestag der berühmten „I have a dream“-Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King die Niederlage noch verhindert hat, und erst nach Mitternacht verloren hat.

„Ich bin stolz darauf, dass ich nicht mehr das erdulden muss, was er erdulden musste. Ich erlebe auch nicht mehr, was noch mein Vater erlebt hat. Aber wir sind noch nicht am Ziel angekommen“, sagte Blake über die Zeiten der Rassentrennung und blickte dabei nicht nur auf die Diskriminierung in seinem Land. Der Olympia-Teilnehmer 2008 in Peking kritisierte auch das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland. „Ich glaube, fast jeder kennt in seinem Umfeld, egal ob Familie oder Freunde, jemanden, der homosexuell, bisexuell oder transsexuell ist. Jede Art von Politik, die sie diskriminiert und sie ausschließt, ist im heutigen Zeitalter komplett unfair“, erklärte Blake. (APA/Reuters)


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