Tankstellen verkaufen Alkohol und Zigaretten an Minderjährige

Jugendliche unter 16 Jahren erwarben im Auftrag der Arbeiterkammer Salzburg Bier, Radler und Zigaretten. Der Testkauf zeigte, dass fast zwei Drittel der 30 untersuchten Betriebe verbotenerweise die Sachen an Kinder und Jugendliche verkauft haben.

(Symbolfoto)
© APA/HELMUT FOHRINGER

Salzburg - Viele Tankstellen nehmen es beim Verkauf von Alkohol und Tabak mit den Jugendschutzbestimmungen offenbar nicht so genau. Eine Testkauf-Serie der Arbeiterkammer Salzburg mit Minderjährigen hat gezeigt, dass fast zwei Drittel der 30 untersuchten Betriebe verbotenerweise Bier, Radler oder Zigaretten an Kinder und Jugendliche verkauft haben.

Die schwarzen Schafe werden von der AK per Schreiben verwarnt. Tauchen bei Nachkontrollen erneut Verstöße auf, drohen Verwaltungsstrafen und das öffentliche Anprangern in Internet und Medien. Die Jugendschutzbestimmungen sind in Österreich zwar Landessache, der Erwerb, Besitz und Konsum von alkoholischen Getränken und Tabakwaren ist aber in jedem Bundesland erst ab dem vollendeten 16. Lebensjahr erlaubt. „Die Altersgrenzen liegen in Österreich im internationalen Vergleich niedrig. Darum ist es umso wichtiger, dass sie genau eingehalten werden“, so AK-Chef Siegfried Pichler.

Für den Test schickte die Arbeiterkammer vier Jugendliche - zwei Burschen und zwei Mädchen im Alter von zwölf bis 15 Jahren - auf abendliche Einkaufstour in Tankstellen im ganzen Bundesland. Auf der Shoppingliste: Bier, Radler und Zigaretten. Gleich in 19 Tankstellen bekamen die Testkäufer Zigaretten oder Alkohol, in sechs Betreiben sogar beides.

So durfte der zwölfjährige Philipp ohne viel Widerstand mit Bier nach Hause gehen. „Einmal sagte der Verkäufer: Ausnahmsweise, aber beim nächsten Mal bekommst du nichts mehr. Die meisten hatten aber gar kein Interesse, nachzufragen.“ Gelegentlich waren die Mitarbeiter von Tankstellen-Shops dann aber doch konsequent. „Ich habe ein Packerl Marlboro gekauft und war schon am Gehen, wie die Frau an der Kassa doch nach meinem Alter gefragt hat“, erzählte die 15-Jährige Elena. „Sie hat mir die Zigaretten dann wieder genommen und das Geld zurückgegeben.“

Was überdies auffällt: Die beiden Mädchen machten größere „Ausbeute“ als die etwas jüngeren Burschen, Tankstellen in der Nähe von Schulen waren restriktiver, Betriebe in der Stadt strenger als am Land. Als Indiz dafür, dass am Land ein anderer Umgang mit Alkohol gepflegt wird, ist das für die Konsumentenschützer aber nicht. „Es ist eher am Land das Vertrauen in die Kinder höher, dass sie die Wahrheit sagen, etwa wenn sie meinen, das Bier für ihren Papa zu holen“, so AK-Konsumentenschützerin Claudia Böhl. (APA)


Kommentieren


Schlagworte