Boomende Exporte: US-Wirtschaft verdoppelt Wachstum

Die Wirtschaft in den USA ist im zweiten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um ganze 2,5 Prozent.

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Washington - Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstum im zweiten Quartal dank boomender Exporte mehr als verdoppelt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen April und Juni mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent zu, teilte das Handelsministerium am Donnerstag mit. Eine erste Schätzung hatte lediglich ein Plus von 1,7 Prozent ergeben, nachdem die Wirtschaft im ersten Quartal nur um 1,1 Prozent gewachsen war. Mit der unerwartet kräftigen Erholung deutet sich an, dass die Notenbank Fed schon im nächsten Monat eine Rücknahme ihres großzügigen Konjunkturstimulus signalisieren könnte.

Zum Aufschwung trugen vor allem die Exporte bei. Sie stiegen mit 8,6 (bisher: 5,4) Prozent deutlich stärker als zunächst angenommen. Das war das größte Plus seit zweieinhalb Jahren. Der private Konsum - der etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht - legte um 1,8 Prozent zu. Auch die Unternehmen gaben mehr Geld aus: Ihre Investitionen zogen um 4,4 Prozent an. Die Unternehmensgewinne stiegen nach Abzug von Steuern um 4,2 Prozent und damit so stark wie seit Ende 2011 nicht mehr.

Experten trauen der weltgrößten Volkswirtschaft zu, dass sie ihr Tempo noch erhöht. „Wir rechnen weiterhin mit einer leichten Beschleunigung der konjunkturellen Dynamik, die sich ins kommende Jahr hinein fortsetzen sollte“, sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. 2014 könnte das Wachstum mit drei Prozent deutlich über den für dieses Jahr erwarteten 1,9 Prozent liegen. Allerdings warnt ING-Analyst Rob Carnell auch vor Risiken. „Dazu gehört auch ein Militärschlag gegen Syrien“, sagte er. „In der Folge könnte das Geschäftsklima sinken.“ Außerdem drohten wegen des ungelösten Haushaltsstreits weiter sinkende Staatsausgaben. Sie waren bereits im Frühjahr um 0,9 Prozent gefallen, zu Jahresbeginn sogar um 4,2 Prozent.

Dollar legt zu

Der Dollar legte nach Bekanntgabe der Daten zu. Experten erklärten das damit, dass die US-Notenbank künftig weniger Geld in die Wirtschaft pumpen dürfte. „Der Markt wird die Daten als Hinweis verstehen, dass eine Rücknahme im kommenden Monat wahrscheinlicher wird“, sagte Scott Brown von Raymond James. Die Fed kauft derzeit pro Monat für 85 Mrd. Dollar (63,7 Mrd. Euro) Staatsanleihen und Immobilienpapiere auf und drückt so billiges Geld in die Wirtschaft. (APA/Reuters)


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