Zyperns Präsident sieht Gefahr eines Staatsbankrotts gebannt

Neue ausländische Hilfskredite über bereits zugesagte hinaus sollten nicht mehr nötig werden, erklärte Staatspräsident Anastasiadis im „Handelsblatt“.

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades könnte bald ohne Koalitionspartner dastehen.
© Reuters

Nikosia/Berlin - Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis hält die Gefahr eines Staatsbankrotts seines Landes für gebannt. Neue ausländische Hilfskredite über die bereits zugesagten hinaus sollten nicht mehr nötig werden, sagte er dem „Handelsblatt“ vom Freitag. Anastasiadis rechnet zudem damit, dass Zypern noch vor dem Auslaufen des Hilfsprogramms seiner internationalen Helfer an die Finanzmärkte zurückkehren kann.

Auf die Frage, ob die Gefahr eines Staatsbankrotts abgewendet sei, antwortete Anastasiadis: „Ich glaube ja, endgültig.“ Er räumte mit Blick auf die Auflagen für das aktuelle Milliarden-Hilfsprogramm der Europäer und des IWF für sein Land ein: „Natürlich gibt es noch Schwierigkeiten.“ Aber die werde man meistern. „Wir werden unseren Verpflichtungen nachkommen“, sagte Anastasiadis.

„Wenn wir Haushaltsdisziplin wahren und unsere Möglichkeiten nutzen, brauchen wir keine zusätzlichen Kredite“, sagte er weiter. Trotz der einschneidenden Reformen sieht Anastasiadis für Zypern weiterhin als Finanzplatz eine Zukunft. „Wenn das Vertrauen in unsere größte Bank, die Bank of Cyprus, wiederhergestellt ist und wir unsere Pläne zur Gründung einer Investitionsbank umsetzen, kann Zypern eine wichtige Rolle als Finanzplatz spielen“, sagte er. Dafür spreche auch die geostrategische Lage des Landes als Schwelle zum Nahen Osten.

Die Rezession sollte Zypern nach den Worten seines Präsidenten in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres hinter sich lassen. „Dann wird die Krise natürlich noch nicht vorbei sein“, warnte er. Er sei aber sicher, dass das Land noch vor dem Ende des laufenden Hilfsprogramms der Partner, das bis 2016 reicht, wieder an die Finanzmärkte gehen kann. (APA/Reuters)

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