Wasser und Strom fürs Obergricht

Stalanzer Wasser soll die Akkus der Rieder füllen und den Durst der Fisser und Lader löschen. Die Planungen laufen.

© Matthias Reichle

Von Matthias Reichle

Ried, Fiss, Ladis –„Das Wasser ist bombig“, schmunzelt der Rieder Bürgermeister Reinhard Knabl. Er meint das kühle Nass, das auf der Alpe Stalanz entspringt. Die Alm oberhalb von Ried ist vor allem aufgrund des mächtigen Wasserfalls, des fallenden Bachs, ein beliebtes Wanderziel.

Geht es nach Knabl, soll das Gebiet künftig auch zu einem wichtigen Trinkwasserlieferanten der Region werden. Und zwar nicht nur für die Rieder, sondern in erster Linie für die Fisser und Lader.

„Es ist eine Win-win-Situation“, erklärt Knabl. Die beiden Tourismusgemeinden am Sonnenplateau leiden unter großer Wasserknappheit. In der Fisser Gemeindezeitung war kürzlich zu lesen, dass für die touristische Entwicklung keine Wasserreserven mehr zur Verfügung stünden. Vor allem in den Wintermonaten. Die Rieder wiederum haben es auf die Wasserkraft abgesehen.

Dass die Stalanzquellen auf der anderen Seite des Inntals liegen, macht das Projekt, das derzeit im Planungsbüro Walch&Plangger ausgearbeitet wird, nämlich zu etwas Außergewöhnlichem. Das Wasser wird in der Nähe der Fälle auf 1880 Metern gefasst, ins Inntal bei Ried (876 Meter) abgeleitet und auf der anderen Seite durch seinen Schwung, den es dabei mitnimmt, nach Fiss (1438 Meter) hinaufgedrückt. Von dort führt eine Wasserleitung hinunter nach Ladis.

Dank dieser Fallenergie möchten die Rieder gleichzeitig ein Trinkwasserkraftwerk bei St. Christina errichten, das künftig immer dann Strom erzeugt, wenn am Sonnen­plateau kein zusätzlicher Wasser­bedarf herrscht.

Noch gibt es keine Detailplanungen. Laut einer ersten Studie, die für ein reines Wasserkraftwerk in Stalanz erstellt wurde, läge die jährliche Ausbeute bei rund 2,4 Gigawattstunden. Es würde rund 2,6 Mio. Euro kosten, betont Knab­l.

Derzeit ist man dabei, einen neuen Wasserverband ins Leben zu rufen. Außerdem stehen noch Verhandlungen mit der Agrargemeinschaft Ried an, wegen der Almflächen. Auch die Planungsarbeiten dauern noch einige Monate.

Erst im nächsten Jahr kann das Projekt bei der Behörde zur Genehmigung eingereicht werden.


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