Beim Entfernen des Lichtkabels wurden frühere Fresken entdeckt

Sie ist die Wiege der Wallfahrt auf St. Georgenberg: die gegenüber der jetzigen Wallfahrtskirche gelegene Lindenkirche.

Die Lindenkirche, deren älteste Bausubstanz in die Romanik zurückreicht.Fotos: Hörhager

Von Peter Hörhager

Stans – Eigentlich sollte die Kirche „zu unserer Lieben Frau unter der Linde“, wie sie mit vollem Namen heißt, in der sich einst auch das Gnadenbild befand, am 15. September (wieder) geweiht werden. Daraus wird nichts – der Festakt wurde verschoben. Aus gutem Grund: Im Zuge der Restaurierungsarbeiten stieß man in der Langhausdecke auf Fresken des Barockkünstlers Christoph Anton Mayr (1720–1771), die nun zum Teil freigelegt wurden und deren am besten erhaltenen Szenen ausgebessert werden und künftig sichtbar bleiben. Die Restauratorin Sandra Mair entfernte ein störendes Elektrokabel und stieß auf die Fresken.

Es war bekannt, dass die Wände der Kirche einst mit Mayr-Fresken bemalt waren, dass aber unter der Putzschicht an der Decke noch Freskenreste vorhanden sind, überraschte. „Leider ließ man die Christoph-Anton-Mayr-Fresken bereits im 19. Jahrhundert übermalen“, zitiert Stiftsarchivar P. Thomas Naupp aus einem Manuskript seines Vorgängers P. Maurus Kramer. Der damalige Kulturfrevel geht auf Kurat Augustin Scherer zurück, der damals auch in der Kirche von Achenkirch die Mayr-Fresken herunterhacken ließ. Über Auftrag Scherers schufen 1881/82 Josef Plank und Franz Pernlochner an den Seitenwänden einen neuen Bilderzyklus. Ironie des Schicksals: Ihr Werk ist nur noch in Spuren erhalten – es fiel der Feuchtigkeit in der Kirche zum Opfer. Die jetzige, von Abt Anselm Zeller anberaumte Renovierung ist übrigens nur eine Fortsetzung. Eingeleitet wurde sie in den 1970er-Jahren vom legendären Wallfahrtskuraten P. Benedikt Vollmann (1913–2007).

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