Für die Opposition regiert die Volkspartei alleine

Innsbruck – Die Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ, Vorwärts und Liste Fritz lassen nach den ersten 100 Tagen schwarz-grüner Regierung vor allem a...

Innsbruck –Die Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ, Vorwärts und Liste Fritz lassen nach den ersten 100 Tagen schwarz-grüner Regierung vor allem an den Grünen kein gutes Haar. Ihre Schwäche ermögliche der ÖVP eine Alleinregierung, heißt es. „Die Grünen fallen permanent um, die ÖVP kann tun, was sie will“, resümiert FP-Klubobmann Gerald Hauser. Für seinen Vorwärts-Kollegen Hans Lindenberger hat es „die ÖVP derzeit leichter als seinerzeit mit der SPÖ“. In zentralen Fragen wie im öffentlichen Nahverkehr würden die Grünen ihre Grundsatzpositionen aufgeben, spielt Lindenberger auf das Aus für den Direktzug von Lienz nach Innsbruck an.

Als „schlichtweg enttäuschend“ bezeichnet SPÖ-Oppositionsführer Gerhard Reheis den grünen Regierungsauftritt. „Aber das hat sich schon seit dem Koalitionspakt im Mai abgezeichnet. Die SPÖ wäre dafür niemals zu haben gewesen.“ Für Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz) wurden die großen Themen noch nicht behandelt und in „den Verkehrs- und Umweltfragen konnten sich die Grünen in den vergangenen Wochen nicht durchsetzen“. Die Schonzeit sei vorbei, freut sich Haselwanter-Schneider auf einen spannenden politischen Herbst.

Die Opposition, die in Sachfragen wie Agrar oder zuletzt beim Direktzug eng zusammenarbeitet, definiert sich als ein sich findendes Gegengewicht zur Regierung. „Die SPÖ ist neu, in den anderen Fraktionen gibt es viele neue Gesichter. Wir wissen hingegen, wie die Opposition funktioniert“, sagt Haselwanter-Schneider. Nach den parteiinternen Turbulenzen spricht Hauser von einem blauen Konsolidierungsprozess, der zu greifen beginne. Reheis fühlt sich auf der Oppositionsbank wohl und ist überzeugt, „dass wir noch stärker werden“. Vorwärts ist letztlich eine eigene Geschichte. (pn)

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