Verteufelt guter Öko-Sportler

Optisch macht der Lexus IS 300h mit seinem Diabolo-Grill eine gute Figur. Ob er die europäische Mittelklasse zum Schmoren bringt?

© Fellner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Dass sich bei einem automobilen Stammtischgespräch die Gemüter wegen einesLexus-Hybrid erhitzen, war bislang eine Seltenheit.Zu wenig emotional war das Design und auch das Fahrerlebnis konnte kein richtiges Herzklopfen auslösen.Zugegeben, den Spagat zwischen Sparsamkeit und Sportlichkeit zu schaffen, kommt der Suche nach der Quadratur des Kreises gleich.

BeiLexushat man diesen Missstand schon vor einiger Zeit erkannt und den Kurs entsprechend geändert. Mittlerweile rollen die Ergebnisse dieser Korrektur über unsere Straßen und von den namenlosen Allerweltsgesichtern ist nichts mehr übrig.Im Gegenteil: Wenn es nach der Optik geht, dann vermittelt derLexusIS300h sogar einen richtig sportlichen Eindruck, aber schafft er das auch im Gesamtpaket? Verantwortlich für den imposanten Auftritt ist in erster Linie die Frontpartie desIS300h.„Diabolo“ – so nenntLexusdas Design des markanten Kühlergrills.Dieser und die spitz nach vorne zulaufenden Scheinwerfer mit LED-Leuchtband sorgen in Kombination mit den auffällig designten Lufteinlässen für den notwendigen Look in den Rückspiegeln der deutschen Konkurrenten.Auch wenn wir das Gesicht schon vonandereModellen her kennen, endlich darf einLexus auch auffallen.

Im Innenraum geht es beimIS300h edel zu.Zwar verbaut Lexusimmer mehrere Materialien im Cockpit, diese sind aber alle von hoher Qualität und guter Verarbeitung.DieLederpölstersorgen für einen angemessenen Seitenhalt und lassen sich bei Bedarf sogar belüften. Gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung des Multimedia- und Navigationssystems mittels Joystick in der Mittelkonsole.Hat man aber einmal den Dreh raus, stellt es keine Herausforderung mehr dar.

Nun aber zu dem wahrscheinlich Interessantesten amIS300h:dem Antrieb. Hier wurden ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 181 PS und ein 143 PS starker Elektromotor zusammengespannt.Mit vereinten Kräften bringen sie es auf nicht zu verachtende 223 PS, die die 1,7 Tonnen schwere Limousine in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 wuchten. Der Vorteil des Konzepts:Einen Verbrauch von 5,8 Litern kennt man sonst nur von Dieselaggregaten. Wer nämlich kein Grobmotoriker ist oder mittelsEV-Knopfdas System auf elektrischen Antrieb umstellt, der kann einige Kilometer rein elektrisch durch die Stadt stromern, bevor sich der Verbrenner wieder zuschaltet.

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Überzeugen kann auch die Arbeit des angenehm straffen Fahrwerks. Dank der ausgeglichenenAchslastverteilungund der äußerst direkt arbeitenden Lenkung fährt derIS300h wie auf Schienen durch jede Kurve.Zudem arbeitet das stufenloseCVT-Getriebeäußerst geschmeidig.Freilich darf man davon keine sportlichen Höchstleistungen erwarten, wer aber nicht nur Vollgasorgien auf der linken Spur feiern will, ist bestens bedient.Für den ambitionierten Fahrer finden sich hinter dem Sportlenkrad sogar Lenkradwippen, die einem zumindest das Gefühl geben, dass es festgelegte Übersetzungsstufen gibt. Der Grundpreis für die Hybridversion des IS 300h liegt bei 36.900 Euro. Für die entsprechende Ausstattung muss man allerdings schon 56.179 Euro auf den Tisch legen. Lexus spielt auch bei diesem Thema in der Liga der europäischen Mittelklasse mit.


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