Die Haie holen noch einmal tief Luft

In acht Tagen startet die Erste Bank Eishockey Liga mit dem Heimspiel gegen den HC Bozen Südtirol. Die Cracks der Innsbrucker Haie genießen vorerst für ein letztes Mal eineinhalb freie Tage, bevor die Post abgeht.

Die Freizeit vor dem Saisonstart nutzte HCI-Crack Flo Pedevilla mit Gattin Clarissa, Töchterchen Sophia und Hund Jimmy in der Haller Altstadt.Foto: Rottensteiner
© Andreas Rottensteiner / TT

Von Alex Gruber

Innsbruck –Mit sieben Spielen innerhalb von nur 20 Tagen beginnt am 8. September die neue und mit Sicherheit kräfteraubende Eishockey-Saison. Alleine 12 (!) Spiele stehen dann im Oktober auf dem Programm, zumal die Spielzeit komprimiert wurde, da die österreichische Eishockey-­Auswahl nächstes Jahr ja zu den Olympischen Spielen in Sotschi reist. Die EBEL fährt Vollgas.

Vollgas gaben auch die Innsbrucker Haie in der wohl längsten Vorbereitung aller Zeiten. Zumindest für die Einheimischen, die sich monate­lang beim Trockentraining unter den Fittichen von Kondi-­Coach Marco Förster quälten. „Das war das härteste Training, seit ich Hockey spiele“, sattelte Kapitän Patrick Mössmer gestern nach der Vormittagseinheit in der Tiwag-Arena liebend gerne die Pferde, um noch ein letztes Mal einen freie­n Samstag mit der Familie zu genießen. Töchterchen Ania (9) wird heute den Takt vorgeben. „Wir werden den Tag in jedem Fall genießen. Vielleicht gehen wir auf den Berg“, grinst Mössmer.

Ausschlafen, Beine hoch­lagern, fein essen und gar nicht lange (über Eishockey) nachdenken, das will indes Stefan Pittl. Die Doppelbeschäftigung mit Arbeit und Eishockey forderte schon in den vergangenen Wochen, mit zum Teil acht Tagesstunden am Trainingsgelände, ihren Tribut. Heute will sich Pittl in erster Linie um Freundin Conny kümmern. Denn die wird ihn in den kommenden Monaten – und wenn’s dann eben so richtig losgeht – auch nicht mehr oft sehen. Die Wochen der Wahrheit spielen sich zwischen Heimspielen, Busfahrten zu den Auswärtsfahrten und (regenerativen) Trainings ab. Mit Blick auf den intensiven Terminplan plant Headcoach Danny Naud erst nach dem Gastspiel in Znojm­o (28. September) zwei freie Tag­e.

„Carpe diem“, hieß es gestern am freien Nachmittag auch für Florian Pedevilla. Mit dem Kampfgewicht von 96 Kilo­gramm führte der Verteidiger Töchterchen Sophia (bald 10 Monate ), Gattin Clarissa und Hund Jimmy durch die Haller Altstadt. Sinngemäß zum Rhythmus, den die Erste Bank Eishockey Liga anschlagen wird, startet Pedevilla heut­e mit der Dampflok von Jenbach ins Zillertal. „Wir machen einen schönen Ausflug, dieser Tag ist ja noch zum Relaxen“, gibt Innsbrucks „Body­guard“ zum Besten.

Der Trainer dachte freilich anders. Wer rastet, der rostet: Mit Herz-Kreislauf-Training im Fitnesscenter hielt sich Haie-Coach Danny Naud gestern im Saft. „Die Wohnung werde ich auch putzen und am Samstag besuche ich ein paar Freund­e in Augsburg“, führte der 51-jährige Kanadier aus, wie er die freien Stunden nützen woll­e. Denn Möglichkeit zu einer Spionage der ersten Gegner hätte es am heutigen Tag keine passende gegeben: „Ein Tag ohne Eishockey ist auch schön, wenngleich ich sowieso immer wieder daran denke.“

Zwischen Kinderwagen und Bettgestell, Wandertag und Zugfahrt rücken bei den Cracks und ihren Familien aber wohl auch heute die Gedanken an den Saisonauftakt näher. Das erste Liga-Bully kündigt sich nach dem letzten Test gegen Schwenningen in Brixen (Montag) im Minutentakt an. Die Haie holen tief Luft.


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