HNO-Chef Riechelmann stimmt Diversion zu

Innsbruck – Seit 2009 steht die HNO-Klinik Innsbruck in den Schlagzeilen, weil in 26 Fällen (anfangs wurde von 28 gesprochen) von ärztlichem...

Rund um das HNO-Gebäude soll jetzt Ruhe einkehren.Foto: Murauer
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Innsbruck –Seit 2009 steht die HNO-Klinik Innsbruck in den Schlagzeilen, weil in 26 Fällen (anfangs wurde von 28 gesprochen) von ärztlichem Fehlverhalten ausgegangen wurde. Bei allen Operationen hatte es sich um Tumorresektionen im Kopf-Hals-Bereich gehandelt. 23 dieser Verdachtsfälle erwiesen sich als haltlos, die Verfahren wurden eingestellt. Bei zwei weiteren Fällen gibt es laut Tilak Gutachten in dieselbe Richtung, Entscheidungen stehen hier aber noch aus.

Damit bleibt ein Fall, der Anfang Juni vor Gericht behandelt werden sollte. Doch der Termin, die TT berichtete, platzte, weil sich die Richterin für befangen erklärte. Nun soll es Anfang Oktober einen weiteren Versuch geben. Der angeklagte HNO-Chef Riechelmann könnte dann allerdings nur noch als Zeuge im Fall eines ebenfalls angeklagten Oberarztes (für beide Ärzte gilt weiter die Unschuldsvermutung) vor Gericht erscheinen.

Denn Riechelmann stimmte nach Informationen der Tiroler Tageszeitung kürzlich einer Diversion in dem Fall zu. Der Klinikchef übernimmt damit die Verantwortung für Kommunikationsfehler bei der Operation und leistet einen Tatausgleich. Ein Schritt, der in der Klinik damit begründet wird, dass jetzt endlich Ruhe einkehren soll.

Denn die vergangenen Jahre hätten schwer auf Patienten, Ärzteschaft und Personal gelastet. Prozesse und weitere Instanzen hätten zudem noch Jahre gedauert – inklusive ständiger medialer Diskussionen.

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Ob es wirklich zur Diversion kommt, ist vorerst noch unklar. Staatsanwaltschaft und Opferanwalt haben noch die Möglichkeit, dagegen Rechtsmittel einzulegen. Die Entscheidung darüber sollte in jedem Fall aber noch vor Oktober fallen. (mw)


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