Gefährlicher Serien-Vergewaltiger ab Dienstag in Wien vor Gericht

Die Anklage legt dem 29-Jährigen sechs Vergewaltigungen zur Last. Der Angeklagte soll in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden.

Symbolfoto.
© TT/Thomas Böhm

Wien – Ab kommendem Dienstag muss sich im Wiener Straflandesgericht ein mutmaßlicher Serien-Vergewaltiger vor einem Schöffensenat verantworten. Der 29-jährige Mustafa A. soll zwischen März 2009 und Dezember 2012 über insgesamt neun Frauen hergefallen sein: Die Anklage listet sechs Vergewaltigungen auf, wobei es in drei Fällen beim Versuch blieb. Der zweifache Familien-Vater soll dabei durchwegs mit äußerster Brutalität vorgegangen sein und seinen Opfern auch Bargeld und Mobiltelefone abgenommen haben. Zusätzlich umfasst die Anklage drei Fälle von sexueller Belästigung.

Der Psychiater Karl Dantendorfer bescheinigt dem Angeklagten eine enorme Gefährlichkeit. Dem Gutachten des Experten zufolge weist der Mann eine Persönlichkeitsstörung auf, die zwar keine Zurechnungsunfähigkeit zu den inkriminierten Tatzeitpunkten zur Folge hatte. Dantendorfer geht allerdings davon aus, dass der Mann aufgrund einer ihm inne wohnenden höhergradigen Abartigkeit ohne entsprechende therapeutische bzw. medikamentöse Behandlung mit „höchster Wahrscheinlichkeit“ neuerliche Straftaten mit schweren Folgen begehen wird.

Im Hinblick darauf wird die Staatsanwaltschaft in der auf drei Tage anberaumten Verhandlung versuchen, zusätzlich zu einem Schuldspruch im Sinne der Anklage die Einweisung des 29-Jährigen in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher zu erwirken. Das Verfahren dürfte zu großen Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Entsprechende Anträge des Verteidigers sowie der Opfervertreter - die Frauen sind im Ermittlungsverfahren kontradiktorisch vernommen worden, die DVDs mit ihren Aussagen werden im Gerichtssaal abgespielt - sind bereits im Grauen Haus eingelangt.

Mustafa A. soll - folgt man der Anklageschrift - nächtens regelrecht auf die Jagd nach Frauen im Alter zwischen 20 und 30 gegangen sein. Dabei nützte er vorwiegend die U-Bahn, indem er sich in der Linie U6 auf Frauen konzentrierte, die offensichtlich ohne Begleiter unterwegs waren. Er folgte diesen nach dem Aussteigen, wobei er sie teilweise auch ansprach. In einem Fall verwickelte er etwa eine Frau in der Nähe des Westbahnhofs in eine Unterhaltung, indem er sie auf ein Getränk einlud. Als diese ablehnte, soll er sofort gewalttätig geworden sein.

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Die Polizei hatte Ende Dezember 2012 Fotos aus den Überwachungskameras der Wiener Linien veröffentlicht. Anhand der Aufnahmen konnte der mutmaßliche Serien-Täter identifiziert werden. Dieser versuchte daraufhin, sich in die Türkei abzusetzen, konnte aber auf Basis eines Europäischen Haftbefehls an der ungarisch-rumänischen Grenze festgenommen werden. (APA)


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