Proteste von Mursi-Anhängern in Ägypten: Sechs Tote

Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gingen aufeinander los. Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, mehr als 20 verhaftet.

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Kairo - Tausende Ägypter haben trotz eines Großaufgebots der Sicherheitskräfte am Freitag in zahlreichen Städten die Wiedereinsetzung des vom Militär gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gefordert. Dabei kam es zu Zusammenstößen. Sicherheitskreisen zufolge wurden mindestens sechs Menschen getötet und mindestens 50 verletzt. Mehr als 20 Personen seien verhaftet worden.

In Kairo setzte die Polizei Tränengas ein. Dort zogen Mursis Unterstützer in mehreren Gruppen durch die Straßen. Dabei mieden sie die von Polizei und Armee streng bewachten Schauplätze, an denen es bei früheren Protesten zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Einige versammelten sich vor dem Präsidentenpalast. Kurz bevor die Ausgangssperre um 19.00 Uhr (MESZ) einsetzte, löste sich die Gruppe aber auf. Die Regierung hatte bei Missachtung des Ausgangsverbots rechtliche Konsequenzen angekündigt. In Ägyptens zweitgrößter Stadt Alexandria gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Straßen. Zudem gab es Kundgebungen in mehreren Städten im Nildelta, in Suez, Ismailia, Port Said, Assiut und anderen Orten.

Das Militär hatte den Islamisten Mursi Anfang Juli entmachtet. Dies löste einen Proteststurm aus. Die Lage eskalierte mit der Räumung von Protestlagern in Kairo, bei denen die Sicherheitskräfte Mitte August mehr als 600 Menschen töteten. Zuletzt sahen sich die Mursi-Anhänger aber zunehmend in der Defensive. Dazu trug auch eine Verhaftungswelle bei: Die Behörden nahmen nahezu alle führenden Vertreter der Muslimbrüder fest, aus denen Mursi hervorgegangen ist. Die Muslimbrüder stellten viele Wortführer der Protestbewegung, die sich gegen das Militär und die von diesem eingesetzte Übergangsregierung richtet.(APA/dpa)

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