Premiere: Zug fuhr durch längsten Bahntunnel der Welt

Der Zug war auf Grund der vielen Baustellen im Tunnel sechs Stunden unterwegs.

Spitzmarke – Zum ersten Mal ist am Freitag ein Zug durch den noch im Bau befindlichen längsten Eisenbahntunnel der Welt gefahren. Für die 57 Kilometer lange Strecke des Gotthard-Basistunnels zwischen Bodio im Schweizer Kanton Tessin und Erstfeld im Kanton Uri brauchte er sechs Stunden. Nach der Fertigstellung im Jahr 2016 werde die Durchfahrt nur noch etwa 20 Minuten dauern, teilte das Verkehrsbau-Unternehmen AlpTransit Gotthard mit.

An Bord des Sonderzuges, der aufgrund der vielen Baustellen im Inneren des Tunnels nur langsam fahren konnte, waren Vertreter von am Bau beteiligten Unternehmen sowie der Schweizer Bundesbahn (SBB) und Journalisten. Im Herbst 2013 sollen die letzten Rohbauarbeiten abgeschlossen werden, erklärte AlpTransit Gotthard. Auch der Einbau der bahntechnischen Anlagen komme den Planungen gemäß voran.

Ab Ende 2013 sollen auf einer Teilstrecke von 16 Kilometern Testfahrten mit Geschwindigkeiten bis zu 220 Stundenkilometern stattfinden. „Für uns beginnt heute der Countdown“, sagte AlpTransit-Chef Renzo Simoni. „In 1.000 Tagen müssen wir den Tunnel dem Bund und der SBB fix und fertig zum Probebetrieb übergeben.“ Durch den Tunnel, mit dessen Bau 2010 begonnen wurde, soll sich die Zugfahrtzeit zwischen Zürich und Mailand um eine Stunde auf etwa zwei Stunden und 40 Minuten verkürzen. Die Bahn hofft, damit dem Auto- und auch dem Luftverkehr besser Konkurrenz machen zu können. (APA/dpa)


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