Dicke Luft im Transitforum: Weratschnig bietet Rücktritt an

Transitforum vor Zerreißprobe: Nach heftigen Gurgiser-Attacken will sein Stellvertreter und Landtagsvizepräsident Weratschnig (Grüne) nicht mehr.

Dicke Luft – ein Bild mit Symbolkraft: Ende September 2012 blockierten Hermann Weratschnig (l.) und Fritz Gurgiser in Vomp noch gemeinsam die Autobahn.Foto: Böhm
© thomas boehm

Von Peter Nindler

Innsbruck –Die Verkehrspolitik im Allgemeinen und die Debatte über die Wiedereinführung des sektoralen Lkw-Fahrverbots im Besonderen in Tirol führt jetzt auch im Transitforum zu Auseinandersetzungen. Letztlich setzen sich dort wie in anderen Umweltinitiativen aufkeimende Reibungen mit den Positionen der Grünen fort, seit sie in Tirol mitregieren. Schließlich gehört mit Hermann Weratschnig (Grüne) die Nummer zwei hinter Obmann Fritz Gurgiser der Landesregierung an. Zudem ist Weratschnig grüner Verkehrssprecher und Landtagsvizepräsident. Im Zusammenhang mit der Position der Grünen zum sektoralen Fahrverbot eskalierte am Wochenende die Situation.

Gurgiser fordert die rasche Wiedereinführung des Fahrverbots und eine Grundsatzentscheidung der Landesregierung. Er wirft Weratschnig vor, „einen Blödsinn zu verzapfen, obwohl er seit 20 Jahren beim Transitforum dabei ist“. Öffentliche Postings von Gurgiser wie „Mit diesem sinnlosen Geschwafel wird kein Gramm Stickstoffdioxid reduziert“ oder „Und was haben die Grünen die ganze vergangene Periode im Tiroler Landtag mit uns verlangt – habt ihr alle mittlerweile ein Gedächtnis wie der Waldheim Kurt?“ heizten den Konflikt an.

Schon in der Debatte um das Aus für den Osttirol-Zug musste sich der Transitforum-Vize vom Transitforum-Chef viel Kritik gefallen lassen. Weil die Grünen den Dringlichkeitsantrag der Opposition abgelehnt haben. Aus der Sicht Gurgisers gibt es jedoch keinen „Streit im Transitforum, aber es ist nur schade um die Person Weratschnig“. Der will jetzt die Konsequenzen ziehen. „Ich werde in den nächsten Tagen mit dem Obmann ein Gespräch führen und meinen Rücktritt als Obmannstellvertreter dem Vorstand anbieten.“ Seit Gründung des Transitforums 1994 ist er aktives Mitglied.

Für ihn, betont Weratschnig, sei es kein einfacher Schritt, „weil ich mit Leib und Seele dabei war und jede Aktion mitorganisiert habe. Und ich einer der wenigen war, die mit Fritz sehr gut zusammenarbeiten konnten. Wir haben eine Freundschaft, die jetzt auf die Probe gestellt wird.“ In seiner Funktion als Verkehrssprecher werde er die Bürgeranliegen des Transitforums weiterhin einbringen und eine starke Stimme für Gesundheit und Lärmschutz sein. „Wenn wir beide den Zielen näherkommen, Lärm und Abgas in Tirol zu reduzieren, hat sich die Arbeit mehr als gelohnt“, sagt er an die Adresse von Fritz Gurgiser.


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