Das Schleichen verlernt man nie: Sam Fisher wieder in Aktion

„Tom Clancy’s Splinter Cell: Blacklist“ bleibt den Stärken der Reihe treu und bietet viel Schleich-Action sowie eine spannende Story rund um einen gefährlichen Terror-Plan.

Von Lukas Schwitzer

Innsbruck - Super-Agent Sam Fisher ist wieder auf der Jagd nach Terroristen. Der Mann mit der charakteristischen Nachtsichtbrille, die Haarpracht inzwischen reichlich graumeliert, findet sich in „Tom Clancy’s Splinter Cell: Blacklist“ erneut in der Rolle der letzten Verteidigungslinie der Vereinigten Staaten wieder, die sich einer existenziellen Bedrohung gegenübersehen.

Amis, go home!

Eine Gruppe namens die „Engineers“ hat es sich zur Mission gemacht, die USA dazu zu drängen, ihre Streitkräfte aus aller Herren Länder abzuziehen. Um dies zu bewerkstelligen, wird eine Luftwaffenbasis auf der Insel Guam attackiert und im Anschluss ein Video veröffentlicht. Die Nachricht: Werden die US-Soldaten nicht abgezogen, gibt es jede Woche einen neuen Anschlag, jeweils versehen mit kryptischen Namen wie „Amerikanischer Konsum“ oder „Amerikanisches Blut“.

© Ubisoft

Freunde der „Splinter Cell“-Reihe werden sich auch in „Blacklist“ schnell wieder heimisch fühlen, auch wenn es kleinere Veränderungen gibt. So ist es nicht mehr die ultrageheime Einheit „Third Echelon“, mit der Fisher durch die Welt zieht, sondern das noch viel geheimere „Fourth Echelon“ mit seinem Hauptquartier in einem umgebauten Armee-Flugzeug. Und auch spielerisch gibt es Neuerungen. So kann Schleichprofi Sam aus der Deckung durch einen einfachen Knopfdruck hinter die nächste Mauer oder Ecke hechten. Vor allem in hektischeren Situationen durchaus angenehm.

Mit viel Gepäck um die Welt

Sam Fisher und seine Begleiter, darunter alte Bekannte wie Powerfrau Grim, finden ihre Missionsziele gewohnt rund um den Erdball, was für einiges an Abwechslung sorgt. Einfallsreiche Gebiete, die auf verschiedenen Wegen durchquert werden können und ein Punktesystem, das friedliches Verhalten belohnt, bringen reichlich Motivation mit sich, den besten Weg zur Erfüllung des Auftrags zu finden.

© Ubisoft

Punkte werden nach abgeschlossenen Missionen in Geld umgerechnet, das verwendet werden kann, um das fliegende Hauptquartier von „Fourth Echelon“ zu verbessern oder neue Ausrüstung und Gadgets für Sam zu erstehen. Allerlei Waffen und nützliche Spion-Ausrüstung stehen zur Verfügung, die Ausrüstung für die jeweils anstehende Mission kann auch jeweils noch einmal angepasst werden. Z.B. bietet sich für einen Auftrag in einem Wüstengebiet ein heller gefärbter Anzug besser an als ein dunkelblauer, der eher für Nachteinsätze gedacht ist. Mit Betäubungsgas gefüllte Granaten bieten auch eine nicht-tödliche Alternative zu den klassischen Sprengkörpern, ein Sonar-Upgrade für Sams Brille lässt Gegner auch durch Wände erkennen.

Ein Thriller bis zur letzten Minute

Die Geschichte rund um die geheimnisvollen „Engineers“ und ihre „Blacklist“ getaufte Liste von Anschlägen wird spannend präsentiert, die wirklichen Ziele der Organisation bleiben auch bis tief in die etwa zehn bis 15 Stunden Spielzeit unklar. Interessante Charaktere wie der Techniker Charlie oder Sams Begleiter Briggs, der sich gerne einmal gegen seinen berühmten Chef stellt, tun ihr Übriges dazu, „Blacklist“ zu einem der unterhaltsamsten „Splinter Cell“-Titel bisher zu machen.

Ähnlich wie Sam Fisher selbst versucht auch die Grafik von „Blacklist“, über ihr Alter hinwegzutäuschen, dies gelingt aber nicht ganz so gut. Besonders in Missionen, in denen man sich im Tageslicht bewegen muss, fallen teilweise hässliche Texturen und Grafikmodelle auf. In nächtlichen Aufträgen fallen diese kleinen Schönheitsfehler durch die Dunkelheit weniger auf. Keineswegs ist die Grafik hoffnungslos veraltet, taufrisch ist sie aber auch nicht.

Fazit

„Tom Clancy’s Splinter Cell: Blacklist“ bleibt den Tugenden der erfolgreichen Reihe treu und bietet einen mitreißenden Thriller, in dessen Mittelpunkt teils sehr knackige Aufträge stehen. Den unzähligen Wachen zu entgehen bzw. völlig unbemerkt zu bleiben, braucht einiges an Übung, Frust kommt aber trotzdem nur in wenigen Fällen auf. Hierbei sind es oft die überaus intelligenten Wachhunde, die Sam einen Strich durch die Rechnung machen. Aber der Gedanke, der sich trotzdem immer wieder seinen Weg ins Bewusstsein des Spielers bahnt, ist „Das muss doch besser gehen“. Tut es auch, mit etwas Übung.

Unsere Bewertung: 8/10

Entwickler: Ubisoft Toronto

Publisher: Ubisoft

„Tom Clancy’s Splinter Cell: Blacklist“ ist seit 23. August für Windows (benötigt ein Uplay-Konto), Playstation 3, Xbox 360 und Wii U erhältlich.

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Ubisoft.


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