Verbindende Elemente im Bild

Am Samstag präsentiert das Fotoarchiv in Lienz und Bruneck anhand historischer Aufnahmen „Gemeinsames“ zweier Regionen. Die Laufzeit des spannenden Interreg-Projektes wird bis vorläufig Ende März 2015 verlängert.

Von Claudia Funder

Lienz, Bruneck –Es ist eine Art Miniatur-Ausstellung zum Mitnehmen, die am Samstag, 21. September, auf dem Lienzer Hauptplatz (10 bis 12 Uhr) und in Bruneck beim Floriani­tor (14 bis 16 Uhr) gratis verteilt wird. Das Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst (TAP), das in beiden Städten seit Anfang 2011 historische Fotos sammelt, digitalisiert und damit für die Nachwelt sichert, ließ sich anlässlich des European Cooperation Day etwas Besonderes einfallen: Eine knapp 30 Seiten umfassende, reich illustrierte Broschüre wurde erstellt. Die darin präsentierte anschauliche Gegenüberstellung von Aufnahmen der Regionen Ost­tirol und Südtiroler Puster­tal spiegelt eindrucksvoll „Gemeinsames“ – so auch der Titel des Büchleins – wider. Der Vergleich der Bilder verblüfft tatsächlich. Was vor der Grenzziehung von 1919/20 abgelichtet wurde, belegt die Einheit des historischen Raumes. Was aus der Zeit danach gegenüberstellbar ist, dokumentiert die immer noch bestehenden kulturhistorischen Verbindungen.

Die thematisch breite Auswahl von Fotos aus den Jahren 1882 bis 1965 zeigt Bauwerke, Naturkatastrophen, Freizeitziele und gesellschaftliche Treffs ebenso wie Arbeitstechniken, traditionelle Kleidung und Hochzeitspaare.

„Die Broschüre hat eine Auflage von 1000 Stück, jeweils 500 Exemplare werden in Lienz und Bruneck verteilt“, betont Archivleiter Martin Kofler. Und noch ein weiteres „Gustostückerl“ wird unter die Leute gebracht, um auf die Leistungen des TAP hinzuweisen: Postkarten mit Lienz- und Bruneck-Ansichten aus dem Jahr 1870/71, die – versandfertig mit eigener TAP-Briefmarke – ebenfalls gratis verteilt werden.

Was die vor knapp drei Jahren ins Leben gerufene und als Interreg-IV-Projekt finanzierte, identitätsstiftende Einrichtung für den Regionalraum Osttirol-Südtiroler Pustertal bisher aus dem Boden stampfte, ist beeindruckend. Das Vertrauen der Bevölkerung artikuliert sich in Zahlen. „100.000 Lichtbilder wurden bis dato gesammelt“, gibt Kofler Einblick in die Dimension. „Knapp ein Drittel davon wurde bisher digitalisiert.“ Eine Reihe großartiger Ausstellungen wurde organisiert und damit für die Bevölkerung ein Fenster in die Vergangenheit aufgestoßen.

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Angesichts der Leistungen und der noch anstehenden Arbeit ist es mehr als klar, dass es weitergehen muss. Seit Kurzem gibt es auch offiziell grünes Licht für eine Fortsetzung. „Ende letzter Woche bekamen wir die Laufzeitverlängerung des Projektes bis Ende 2015 mit gleichem Budget zugesprochen“, freut sich Kofler über die frohe Kunde.

„Das TAP soll über das Ende des Interreg-Projektes hinaus institutionalisiert werden“, erklärt Richard Piock, Firma Durst, die von Beginn an Förderer und starker Partner des Archivs ist. „Es könnte zu eine­r Art Amt, einem Kompetenzzentrum für digitale Archivierung werden.“


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