„Den Bohlen muss man machen“

Comedian Matze Knop spricht vor seinem ersten Tirol-Gastspiel über Promis, Selbstfindung und Kritik.

Franz Beckenbauer, Dieter Bohlen, Niki Lauda, Jürgen Klopp ... Die Liste der Promis, die Sie bereits parodiert haben, ist unendlich lang. Muss man jemanden mögen, um ihn nachahmen zu können?

Matze Knop: Franz Beckenbauer ist mir schon ans Herz gewachsen – der ist die komödiantische Allzweckwaffe, den „Kaiser“ kann man immer zitieren. Aber unbedingt mögen muss man einen Promi nicht, nur berühren muss er einen auf irgendeine Art – sonst hat man ja keine Lust, sich in ihn hineinzuversetzen.

Was berührt Sie an Dieter Bohlen?

Knop: (lacht) Man kann von ihm halten, was man will, aber er ist nun einmal erfolgreich. Und hat auch enormes Comedy-Potenzial: Einerseits gibt er sich als harter Juror und andererseits redet er wie ein plattgefahrener Maulwurf, der am Helium-Ballon genuckelt hat. Den Bohlen muss man machen, der hat einfach was.

Werden Sie auf der Straße oft zum Parodieren animiert?

Knop: Ja, schon. Aber das gehört zum Job und geht okay. Wobei es schon blöd ist, wenn man mit 39 Grad Fieber aus der Arztpraxis rauskommt und im Wartezimmer dann den Beckenbauer spielen soll. Aber andererseits ist es auch schön, weil mir die Menschen immer mit einem Lächeln begegnen und mit unglaublich viel Freundlichkeit.

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Begegnen Ihnen die Promis, die von Ihnen parodiert werden, auch so freundlich?

Knop: Ja, eigentlich schon. Ich hab’ oft das Gefühl, dass sich so mancher sogar freut, wenn er endlich mal drankommt. Das liegt wohl auch daran, dass ich versuche, in meinen Parodien nie respektlos zu sein oder zig Gags unter der Gürtellinie rauszuschleudern. Und wenn wirklich mal was dabei ist, was den Parodierten nicht so gut gefällt, dann können sie mir Bescheid sagen und ich lass’ es weg.

Wie jetzt: Niki Lauda könnte Sie anrufen, wenn ihm ein Witz nicht gefällt und dann streichen Sie den?

Knop: Angenommen, ich mache einen Witz über seine Zwillinge und das würde ihn stören, dann lass’ ich das weg. Es gibt ja genügend andere Themen, die auch lustig sind.

Ist es für Sie schwierig, zurück zu sich selbst zu finden und Matze Knop zu sein?

Knop: Wenn man über eine lange Zeit immer nur eine Rolle spielt, dann kann das schon schwierig werden. Ich war mal Monate als „Supa Richie“ unterwegs – und da hab’ ich dann tatsächlich einiges von diesem Charakter angenommen und brauchte ein paar Wochen, bis ich wieder ich selbst war.

Im Stern beschäftigte sich unlängst der Medienjournalist Bernd Gäbler mit Ihnen und erklärte, „warum Matze Knop einfach nicht witzig ist“. Kränkt Sie das?

Knop: Natürlich ist mir positive Kritik lieber als negative. Aber ich freue mich grundsätzlich, wenn sich Menschen mit mir intensiv beschäftigen – und dass nicht jeder alles gleich gut findet, ist auch klar. Für mich ist immer am wichtigsten, dass mein Name richtig geschrieben ist. (lacht)

Das Gespräch führte Christiane Fasching


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