Die öffentliche Körpermitte

Promi-Frauen sind ständiger Beobachtung ausgesetzt – vor allem, wenn es um das Thema Nachwuchs geht. Wie sie mit dem Interesse, das die Grenze guten Geschmacks oft überschreitet, umgehen, ist unterschiedlich. Der öffentliche Bauch zwischen entspannter Gelassenheit und kühler Befremdnis.

Wie aufgefädelt stehen sie da, die Mitglieder des schwedischen Königshauses. Prinz Daniel, daneben seine Ehefrau, Kronprinzessin Victoria. Prinz Carl Philip in der Mitte. Zu seiner Linken Prinzessin Madeleine und ihr Ehemann Christopher O‘Neill, den sie vor wenigen Wochen geheiratet hat. Anlass sind die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Thronjubiläum des schwedischen Königs Carl Gustaf, Vater von Victoria, Philip und Madeleine, am vergangenen Wochenende. Alle blicken mehr oder weniger lächelnd in die Kamera, mit einer Ausnahme. Madeleine wirkt am entspanntesten, ihre Aufmerksamkeit scheint jedoch etwas anderes erregt zu haben.

Und noch etwas sticht sofort ins Auge. Wie sie nämlich ihre Handtasche hält, die so klein ist, dass sie nicht mit so viel körperlichem Einsatz getragen werden müsste. Doch Madeleine ist schwanger. Vor wenigen Tagen hat sie die freudige Mitteilung bekannt gegeben. Im März werden sie und Christopher O’Neill zum ersten Mal Eltern. Und so macht diese Körperhaltung auf einmal Sinn: Der Blick der 31-Jährigen ist freudige Erwartung, die Hände sind schützend vor den Bauch gelegt.

Sind Promi-Frauen schwanger, nimmt das Interesse an ihnen ebenso zu wie der wachsende Bauch. Nicht mehr ihre Gesamterscheinung wird wahrgenommen, sondern nur noch ihre Körpermitte. Wie viel Bauch zeichnet sich ab? Wie viel hat sie zugenommen? Was trägt sie? Wie entspannt geht sie mit der neunmonatigen Phase, die mit mancher körperlichen Beeinträchtigung verbunden sein kann, um?

Herzogin Kate, Ehefrau des britischen Prinzen William, hat das öffentliche Interesse äußerst zufrieden gestellt. Eine Bilderbuch-Schwangerschaft, wenn man von den anfänglichen Übelkeiten absieht. Sich immer strahlend den Kameras präsentierend, top gestylt, mit einem Bauch im Endstadium, den andere bereits im sechsten Monat mit sich herumtragen. Wenige Wochen nach der Geburt dann der erste öffentliche Auftritt: wieder strahlend schön und – welche Überraschung – so schlank, als hätte sie nicht gerade eine Schwangerschaft hinter sich gebracht.

Davon kann Charlene von Monaco nur träumen. Seit ihrer Heirat mit Fürst Albert II. im Jahr 2011 erwartet man von ihr, dass sie einen Thronfolger bekommt. Bei jedem öffentlichen Auftritt wird sie durchleuchtet, schon oft wurde ein sich abzeichnendes Bäuchlein als möglicher Hinweis interpretiert. Charlene reagiert auf dieses öffentliche Interesse mit verständlicher Befremdnis. Ihre Blicke in die Kamera sind kühl, distanziert.

Ganz anders US-Schauspielerin Jennifer Aniston. Auch sie, die schon oft verkündet hat, wie sehr sie sich über eigene Kinder freuen würde, kennt das Interesse an diesem ganz bestimmten Thema.

Jüngst gab es wieder Gerüchte, es könnte so weit sein. „Fehlalarm. Ich habe nur ein paar Kilo zugenommen“, war die Reaktion der 44-Jährigen. Wie unerwartet! Wie erfrischend! Und wie ehrlich diese Reaktion auf das Interesse am öffentlichen Bauch. (i.r.)


Kommentieren


Schlagworte