Miss America ist einigen zu indisch

Die Serie rassistischer Anwürfe bei Reich und Schön reißt nicht ab. Jetzt erwischt es die neue Miss America.

New York –Erst darf sich Oprah Winfrey in der Schweiz keine Luxus-Handtasche kaufen, dann buchen die Designer auf der New Yorker Fashion Week zu wenige schwarze Models – und jetzt das: Die neue Miss America, Nina Davuluri, ist im Internet direkt nach ihrer Krönung zur Schönheitskönigin rassistisch beleidigt worden.

Davuluri (24), die als Miss New York angetreten war, gewann den Bewerb als erste Frau indischer Abstammung, wie der Veranstalter nach der Wahl am Sonntag (Ortszeit) in Atlantic City (New Jersey) mitteilte. Manche Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter reagierten angesichts ihrer Herkunft mit Unverständnis und Ablehnung.

Selbst der in den USA prominente Todd Starnes, Moderator des Senders Fox, schrieb: „Die liberalen Miss-America-Juroren würden das nicht sagen – aber Miss Kansas hat verloren, weil sie wirklich amerikanische Wert­e vertritt.“ Außerdem kommentierte er die Wahl Davuluris: „Miss Politically Correct America“. Ein Nutzer schrieb: „9/11 liegt vier Tage zurück und sie wird Miss America?“

Es oblag Medien wie CNN und anderen Usern, den Rassismus anzuprangern und herauszustellen, dass Davuluri US-Bürgerin aus einer Arztfamilie sei. Der Musiker Questlove von der Band The Roots schrieb: „Ich finde, es ist großartig, dass @Nina Davuluri zur Miss America gekrönt wurde. DAS ist die amerikanische Geschichte.“ (APA, dpa, TT)

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