Gesetztes ÖTV-Team erfährt schon am Mittwoch Davis-Cup-Gegner

Für Melzer und Co. wären in der Europa-Afrika-Zone einige starke Gegner möglich.

Jürgen Melzer muss für das Turnier in Wien passen.
© gepa

Groningen – Nach der 0:5-Auswärtsniederlage im Weltgruppen-Play-off in Groningen geht es für Österreichs Davis-Cup-Team nun wieder auf der Tour weiter. So fliegt Aushängeschild Jürgen Melzer am Donnerstag nach Kuala Lumpur.

Die Auslosung der Europa/Afrika-Zone I des Tennis-Davis-Cups mit Österreich findet doch schon diesen Mittwoch (12.00 Uhr MESZ) in London statt, ebenso wie bekannt die der Weltgruppe. Nur die Ermittlung der Paarungen in der Europa/Afrika-Zone II wird Ende Oktober vorgenommen. Das österreichische Team ist eines der vier gesetzten Teams und kann nicht auf Kroatien, Israel oder die Ukraine treffen. Dieses Trio hat am vergangenen Wochenende in der Weltgruppen-Relegation wie die ÖTV-Truppe verloren.

Harte Brocken warten

Mögliche ÖTV-Gegner sind Lettland, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Slowenien sowie die Sieger aus Dänemark/Schweden und Russland/Südafrika. Diese beiden heurigen Play-off-Duelle der Europa/Afrika-Zone I werden erst vom 25. bis 27. Oktober gespielt. Die Österreicher würden nur gegen Rumänien und Südafrika daheim spielen, gegen Portugal, die Slowakei, Schweden, Russland und Dänemark ginge es auswärts. Gegen Lettland, Slowenien und Polen würde das Los über das Heimrecht entscheiden.

Die Top acht des aktualisierten Davis-Cup-Rankings spielen in der Weltgruppe und sind daher bei der Auslosung gesetzt. Titelverteidiger Tschechien führt in der Rangliste vor seinem heurigen Finalgegner Serbien, die beiden Mannschaften werden auseinandergesetzt. Österreich verlor durch die 0:5-Niederlage in Groningen gegen die Niederlande im Ranking sechs Plätze und ist als 16. hinter Kroatien (13.) zweitbestes Nicht-Weltgruppeteam. Mit Belgien (17.) und Großbritannien (18.) liegen zwei Weltgruppenteams dahinter.

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„Werde nie Status von Muster erreichen“

Wie lange Melzer noch dabei sein wird, ist fraglich. „Ich werde schauen wie es nächstes Jahr ausschaut. Im Moment habe ich mir dazu keine Gedanken gemacht. Ich werde nächstes Jahr 33 und wenn was zwickt, wenn man anfällig ist, ist es für das Team nicht gut“, gibt er zu bedenken. Allerdings sehe er aus derzeitiger Sicht keinen Grund, warum er nicht mehr spielen sollte.

Kein Verständnis für Jungstar Thiem

Zu den Diskussionen um Jungstar Dominic Thiem hat er sich auch noch einmal geäußert. Bei ihm stößt es auf Unverständnis, dass man als junger Spieler dem Nationalteam nicht zur Verfügung steht, schon gar nicht mit der Begründung von nicht bezahlten Förderungen des Verbandes. „Das sind zwei Paar Schuhe. Wenn man eine Förderung vom ÖTV bekommt, dann muss man auch Davis Cup spielen“, stellte Melzer seine Sicht der Dinge klar. Thiem bzw. dessen Manager Günter Bresnik hatten sich daran gestoßen, dass mit der Förderung eine Startzusage im Davis Cup verlangt werde.

„Das ist doch ganz normal. Wenn dich ein Unternehmen sponsert, ist es für mich auch ganz normal, dass ich ein Badge trage und Werbung mache. Ich glaube, wenn er die Chance hätte, es noch einmal zu machen, würde er es anders machen“, glaubt Melzer. Auch in seiner Karriere seien sicher einige Dinge falsch gelaufen, aber: „Den Anzug habe ich mein ganzes Leben lang getragen - und ich wäre zu Fuß wohin gegangen, um zu spielen“, versicherte der frühere Weltranglisten-Achte.

Hoffnung auf baldige Lösung

Melzer ist der Davis Cup eine Herzensangelegenheit. Natürlich schmerze ihn die Niederlage gegen die Niederlande, aber: „Es ist nicht so schlecht, wie es sich diese Woche herauskristallisiert hat. Die letzten Davis Cups in Kasachstan und hier waren sicher eine Enttäuschung. Gegen solche Nationen, vor allem Kasachstan, sollte man bestehen, aber der Sport ist kein Wunschkonzert.“ Wenn es dann einmal nicht so laufe, werde schnell alles hinterfragt. „Wir sind nicht viel schlechter als vor einem Jahr und da waren wir im Viertelfinale“, erinnerte Melzer.

Die Zukunft im österreichischen Tennis und wohl über kurz oder lang sehr wohl im Davis-Cup-Team gehört aber Thiem. „Er ist ein Riesentalent und hat sehr gute Anlagen. Der Weg nach oben ist ein weiter, das muss man sich erst erspielen. Das ist kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit“, warnte Melzer. „Man wird sehen, wie schnell er das schafft. Ich glaube, dass er eine große Zukunft vor sich hat, aber im Endeffekt muss er das auch beweisen.“

Melzer hofft auf eine baldige Lösung der Diskussion. „Weil so viele haben wir nicht, die für uns spielen können.“

In der Euro-Afrika-Zone 2014 drohen einige Kaliber, auch wenn man den gesamten Kandidatenkreis noch gar nicht kennt. ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel hat da zum Beispiel Polen im Kopf. „Die haben Janowicz, Kubot, Fyrstenberg/Matkowski. Es gibt schon ein paar Nationen, die sich sehen lassen können“, weiß der Davis-Cup-Kapitän. Im Auslosungstopf werden u.a. auch die Play-off-Verlierer Kroatien, die Ukraine und Israel sein.

Ein vollzähliges Team Österreich mit in Form befindlichen bzw. fitten Spielern ist aber allemal für einen sofortigen Wiederaufstieg gut. (APA)


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