Über blankes Eis und Firn zum Lager 1

Die Vorbereitungen für den Gipfelsturm haben begonnen. Das Expeditionsteam hat das Lager 1 errichtet und erste Schwünge in den Firn gesetzt.

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Aus Nepal: Hannes Gröbner (Expeditionsleiter)

Sama Gaon - Nachdem wir erst gestern hier angekommen sind und in Windeseile und mit guter Teamarbeit das Basislager errichtet haben, geht es heute an die Vorbereitungen für den weiteren Aufstieg. Material wird sortiert, Felle zugeschnitten, und Hochlagerzelte, Gas sowie Hochlagernahrung aufgeteilt. Alles braucht seine Vorbereitung.

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Nach dem Mittagessen beschließen wir die Skiausrüstung bis zum Gletscher bzw. bis zum Schneeanfang hoch zu tragen. Schwer bepackt geht es den steinigen Moränenrücken entlang nach oben. Durch die große Anzahl von Begehungen in den letzten Wochen hat sich ein kleiner gut zu gehender Steig entwickelt. Beim ersten Aufstieg treffen wir auf die ersten Fixseile, die sich wie eine Nabelschnur nach oben ziehen.

Am Gletscherrand dann die Ernüchterung: Keine Schneeauflage, blankes Eis. So heißt es für uns weiter aufsteigen. Erst auf fast 5400 Metern stoßen wir auf eine durchgehende Schneeauflage. Bis hierhin sind wir ohne größere Probleme mit unseren leichten Bergschuhen und ohne Steigeisen aufgestiegen. Mitten am Gletscher machen wir unser Materialdepot. Hannes spürt die Höhe etwas und beschließt nicht weiterzugehen.

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In einiger Entfernung ist bereits der Platz von Lager 1 sichtbar. Dort wollen wir noch hin. Wir können es nicht lassen und schnallen uns doch noch schnell die Skitourenausrüstung an. Durch leichten Firn und über flache Gletscherhänge folgten wir der „Nabelschnur“.

Im Bild der Route ist der Gletscherbruch zwischen Lager 1 und Lager 2 gut zu erkennen. Das aktuelle Lager 2 liegt etwa 200 Höhenmeter unter der geplanten und im Plan angegebenen Höhe.
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Nach nur knapp zwei Stunden haben wir das Lager 1 auf 5620 Metern erreicht. Nun folgt der eigentlich anstrengende Teil des Tagewerks. Zeltplätze ausschaufeln. Auf dieser Höhe eine sehr anstrengende Angelegenheit. Noch dazu sind wir sicher noch nicht optimal an diese Höhe angepasst.

Nach einer weiteren guten Stunde sind die zwei Zeltplätze hergerichtet, die zwei neu entwickelten RED Hochlager-Zelte von McKinley aufgebaut und gegen die Naturgewalten wie Wind und Schneefall gesichert.

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Endlich die erste Abfahrt dieser Skiexpedition. Auf leicht firnigen Gletscherhängen zwischen offenen und zum Teil überdeckten Gletscherspalten schwingen wir zurück zum Materialdepot. Dort wieder der Wechsel auf die von den letzten Tagen schon gewohnten Bergschuhe. Nach einer weiteren guten Dreiviertel Stunde Abstieg sind wir wieder zurück im Basislager.

Das Skidepot (5400m) bzw. für die anderen das Lager 1 (5620m) sind eine gute Schlafüberhöhung - das bedeutet höher hinauf gehen und dann wieder niederer schlafen. So bekommt der Körper Impulse sich an die größeren Höhen anzupassen und im Schlaf genug Zeit und weniger Höhe um sich physisch um zu stellen.

Wir alle sind über das Erreichte der letzten zwei Tage sehr zufrieden. Es geht uns hier in der Höhe sehr gut. Wir hoffen, dass das gute Wetter noch ein paar Tage hält und wir unsere Akklimatisationstouren und das Einrichten der anderen Lager weiter in diesem Tempo durchziehen können.


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